Economic Research & Corporate Development
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Die EWU-Wirtschaft hat es im vierten Quartal 2008 schwer gebeutelt. Inzwischen dürfte aber der konjunkturelle Tiefpunkt erreicht sein, auch wenn das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal voraussichtlich erneut schrumpfen wird. Wir behalten unsere Wachstumsprognose 2009 für den Euro-Raum von –1,4 % bei und erwarten im März eine EZB-Leitzinssenkung auf 1,5 %.

13.02.2009
Das Bruttoinlandsprodukt des Euro-Raums ging im Schlussquartal 2008 um saisonbereinigt 1,5 % gegenüber dem Vorquartal zurück. Dies ist zweifelsohne ein schwerer Schlag, aber keine Überraschung. Bei den BIP-Verlaufsraten der großen EWU-Länder stachen Deutschland mit –2,1 % und auch Italien mit –1,8 % negativ hervor, Frankreich und Spanien verzeichneten Raten von –1,2 % bzw. –1 %.
Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich belasteten der Außenhandel und die Investitionen. Während aber in Deutschland der private Verbrauch schwächer als im dritten Quartal ausfiel, konnte er sich in Frankreich erholen. Und auf den Konsumausgaben der privaten Haushalte ruhen auch Hoffnungen für dieses Jahr: Im ersten Quartal dürfte der BIP-Rückgang im Euro-Raum mit einer Verlaufsrate von –0,7 % geringer ausfallen. Denn der Ölpreisrückgang scheint sich im Schlussquartal 2008 noch nicht durchgreifend im Ausgabenverhalten der Konsumenten niedergeschlagen zu haben. Potenzial für mehr private Verbrauchsnachfrage zeigt auch die EWU-Sparquote, die im dritten Quartal 2008 auf saisonbereinigt 14,4 % kletterte und damit so hoch lag, wie seit 2004 nicht mehr.
Für das Gesamtjahr 2009 rechnen wir weiterhin mit einem Schrumpfen der EWU-Wirtschaft um 1,4 %. Da die heutigen BIP-Zahlen im Rahmen der Erwartungen lagen, dürfte es auch von Seiten der EZB keine größere geldpolitische Überraschung geben: Die für März angedeutete Zinssenkung wird wohl kommen und wie der letzte Lockerungsschritt wahrscheinlich erneut 50 Basispunkte betragen.
Claudia Broyer
Tel.: 49 / 69 / 2 63 – 1 97 90

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