Economic Research & Corporate Development
Erwerbsbiographie- und kohortenspezifische Versorgungsniveaus und Versorgungslücken in Deutschland
Das Versorgungsniveau der deutschen Rentner wird durch das üblicherweise als Kennzahl verwendete Standardrentenniveau nur unzureichend beschrieben. Unsere Berechnungen zeigen, dass das Versorgungsniveau bei unterstellten realistischen Erwerbsbiographien geringer ausfällt als das Standardrentenniveau. Die Wichtigkeit von zusätzlicher kapitalgedeckter Altersvorsorge zeigt sich für Geringverdiener und Teilzeitbeschäftigte genauso wie für Facharbeiter und Akademiker. Für die einen dient die zusätzliche Vorsorge zur Vermeidung von Altersarmut, für die anderen zur Sicherung des Lebensstandards im Alter. Die durch die Rentenreformen seit 2001 verursachten Versorgungslücken, können durch frühzeitiges Riester-Sparen für alle betrachteten typisierten Erwerbsbiographien und für fast alle Geburtsjahrgänge geschlossen werden. Zur Lebensstandardsicherung sind allerdings über die Riester-Rente hinaus noch weitere Altersvorsorgeanstrengungen nötig.
02.10.2008
Renditevergleich zwischen Umlagesystem und Kapitaldeckungssystem
In jüngster Vergangenheit häufen sich Stimmen, die Leistungsrücknahmen in der Gesetzlichen Rentenversicherung zugunsten der kapitalgedeckten Systeme kritisieren und auf die Vorteile des Umlagesystems verweisen. Dieser Kritik ist einfach zu begegnen, wenn man Umlagesystem und Kapitaldeckungssystem anhand der Renditen vergleicht. Dabei zeigt sich, dass vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft die kapitalgedeckte Altersicherung rentierlicher ist als das Umlagesystem und dass die Beiträge zur Gesetzlichen Rentenversicherung teilweise zur Hälfte Steuercharakter haben.
27.08.2008
Und sie lohnt sich doch! Riestern ist auch und gerade für Geringverdiener wichtig
In jüngster Vergangenheit hat es eine breite Medienberichterstattung darüber gegeben, dass sich die Riester-Rente für Geringverdiener nicht lohne, weil die zu erwartenden Rentenansprüche dieser Personengruppe unterhalb des ohnehin staatlich garantierten Grundsicherungsniveaus lägen. Eine Studie von Allianz Dresdner Economic Research zeigt nun, dass sich die notwendige Anzahl der Beitragsjahre zur Erreichung einer Rente in Höhe des Grundsicherungsniveaus (Mindestbeitragszeit) signifikant reduzieren lässt, wenn zur gesetzlichen Rente noch zusätzlich eine Riester-Rente abgeschlossen wird. Dabei ist die Reduktion der Mindestbeitragszeit umso größer, je geringer das Einkommen ist. Die Riester-Rente lohnt sich also besonders für Geringverdiener. Die Studie untermauert auch das Argument, dass die staatliche Förderung die Riester-Rente zu einem äußerst attraktiven Altersvorsorgeprodukt insbesondere für Geringverdiener und Familien mit Kindern macht, indem erstmalig die durchschnittliche Rendite der Riester-Rente für Personen verschiedener Geburtsjahrgänge in Abhängigkeit vom Einkommen und Familienstatus berechnet wird.
03.07.2008
„Rente mit 69“? Auch eine Frage der intergenerativen Gerechtigkeit
Eine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters wird meist nur als Maßnahme zur Stabilisierung der Rentenfinanzen gesehen. Eine schrittweise Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 69 Jahre bis zum Jahr 2050 kann jedoch auch vor dem Hintergrund der intergenerativen Gleichbehandlung gerechtfertigt werden. Als Gleichbehandlungskriterien werden dabei die erwartete durchschnittliche Rentenbezugsdauer und die kohortenspezifische implizite Rendite der gesetzlichen Rentenversicherung verwendet.
18.04.2008
Höhere Rentenanpassung 2008 und 2009 geht nicht zu Lasten zukünftiger Generationen
Die geplante stärkere Anhebung der Renten in den Jahren 2008 und 2009 ist problematisch, weil sie die Verlässlichkeit der Rentenpolitik weiter beschädigt. Solche Eingriffe in die Rentenformel sind deshalb grundsätzlich abzulehnen. Doch führen die jetzt geplanten Maßnahmen nicht, wie in der Öffentlichkeit gesagt wird, zu einer Zunahme der Umverteilung von den Jungen zu den Alten. Eine Belastung zukünftiger Generationen findet nicht statt. Dies gilt allerdings nur solange, wie der rentendämpfende Effekt des Riester-Faktors nur aufgeschoben und nicht aufgehoben wird. Der Riester-Faktor ist ein unabdingbarer Bestandteil Rentenreform und muss erhalten bleiben.
03.04.2008
Pflegeversicherung und Pflegesektor in Deutschland: Herausforderungen und Chancen
Die Volkswirte von Allianz Dresdner Economic Research haben in eigenen Modellrechnungen die Entwicklung des Pflegesektors bis 2050 projiziert und – erstmals unter Berücksichtigung der Pflegereform 2008 – die Beitragssatzentwicklung der Sozialen Pflegeversicherung und ihre Nachhaltigkeitslücke abgeschätzt sowie Reformvorschläge durchgerechnet. Die nachhaltige Finanzierung der Pflegeversicherung kann nur durch einen Übergang zu einem kapitalgedeckten System gewährleistet werden: Ein solches Reformmodell wird entwickelt und die Umstiegskosten quantifiziert sowie Möglichkeiten zur Aufteilung dieser Kosten aufgezeigt.
25.10.2007
Geldvermögen der privaten Haushalte profitiert vom Aktienmarkt
Der Geldvermögensbestand der privaten Haushalte dürfte Ende 2006 bei 4,53 Bill. EUR liegen, rund 240 Milliarden EUR höher als Ende 2005. Anlageentscheidungen waren auch 2006 von Vorsicht geprägt.
10.01.2007
Geldvermögen der privaten Haushalte von Aktienmarktentwicklung beflügelt
Ende 2005 dürfte der Geldvermögensbestand der privaten Haushalte auf 4,32 Bill. EUR gewachsen sein. An dem gut 6 %igen Anstieg hatte die positive Aktienmarktentwicklung einen deutlichen Anteil.
18.01.2006
Deutschland: Vermögenssituation privater Haushalte
In den nächsten zehn Jahren ist mit einem Gesamtvolumen an Erbschaften von gut 2,3 Billionen EUR zu rechnen. Davon entfallen auf den Zeitraum 2006 bis 2010 etwa 1.030 Mrd. EUR, während zwischen 2011 und 2015 das Volumen auf 1.300 Mrd. EUR ansteigen dürfte. Damit werden jährlich Vermögensbestände übertragen, die das Sparvolumen der privaten Haushalte übersteigen.
12.08.2005
Deutschland: Gesundheitsreform lässt Zahl der Krankenhäuser drastisch schrumpfen
In Deutschland beanspruchen Krankenhäuser von den Gesundheitsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen den mit Abstand größten Anteil in Höhe von 35 %. Mit Blick auf die künftig noch zunehmende Kapitalintensität von Krankenhausleistungen ist es dringend geboten, für gesetzliche Rahmenbedingungen zu sorgen, die den Krankenhäusern Anreize für effizienteres Wirtschaften bieten.
10.08.2005
USA – Europa: Amerikaner besser auf den Ruhestand vorbereitet?
Mit 220.000 EUR pro Kopf ist die Versorgungssituation in Europa heute etwas besser als in den USA, wo sich das durchschnittliche Altersvorsorgevermögen und die Rentenansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung auf 200.000 EUR belaufen.
16.06.2005
Kontakt
Dr. Lorenz Weimann
Allianz SE
49.69.2 63 - 1 87 37