USA: Einzelhandel enttäuscht
Die Umsätze im Einzelhandel waren im April im zweiten Monat rückläufig. Nach dem soliden Plus zu Jahresbeginn könnte der reale Konsum im laufenden Vierteljahr nur stagnieren.
Die US-Einzelhandelsumsätze sind der vorläufigen offiziellen Schätzung zufolge im April erneut zurückgegangen, wenn auch nicht mehr so spürbar wie Ende des ersten Quartals (-0,4%, nach -1,3% im März). Belastend wirkte vor allem der geringere Umsatz bei Tankstellen, Elektronikprodukten und Nahrungsmitteln. Auch die für die Schätzung des Konsums von Waren relevante Kernkomponente , d.h. um Autohandel und Verkäufe von Baumaterialien bereinigter Umsatz, gab mit rund 0,6% erneut nach. Verglichen mit dem Vormonat war das Minus allerdings nur noch halb so hoch. Bedingt durch den wahrscheinlich nochmals klaren Rückgang der Benzinpreise kann aber für April auch mit einem weiteren Rückgang der Warenpreise gerechnet werden. In preisbereinigter Rechnung sollte das Minus beim Warenkonsum, der zuletzt rund 42% der gesamten realen Konsumausgaben ausmachte, daher geringer ausfallen. Entscheidend wird somit der Dienstleistungskonsum sein, ob der Private Verbrauch im April das Vormonatsergebnis erneut knapp verfehlt.
Die Rahmenbedingungen für den Konsum bleiben insgesamt schwierig. Dennoch werden die verfügbaren Einkommen im laufenden Quartal (insbesondere im Mai) aufgrund von Steuererleichterungen und höheren staatlichen Transferzahlungen vermutlich klar zulegen. Einen Einbruch der Konsumausgaben im gesamten zweiten Jahresviertel halten wir deshalb nicht für wahrscheinlich.
Thomas Hofmann
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