"Wirtschaft & Märkte" Dezember 2008
USA: In der Rezession, Markanter Arbeitsplatzabbau / Euro-Raum: Vier negative Quartale, Konjunkturbelebung in 2009 / Asien: China: Angeschlagen, Stabilisierungsfaktoren / Telekommunikationstechnik: Finanzkrise belastet, Erbitterte Preiskämpfe
Im Fokus der Länderberichte steht diesmal Asien mit den Ländern China, Indonesien und Malaysia. An der Heftigkeit der Abwärtsbewegung einiger Indikatoren in der Region lässt sich nicht rütteln. Gegenläufige Faktoren wie der niedrige Ölpreis stabilisieren jedoch und wirken als Konjunkturprogramm.
In unserem Spezialthema beleuchten wir die Lage der deutschen Telekommunikationsindustrie. Derzeit belastet die internationale Finanzkrise die Branche. In Deutschland rechnen wir für 2008 mit einem Produktionsminus von etwa 20 %, dem 2009 ein erneuter Rückgang in ähnlicher Größenordnung folgen sollte. Die Ertragslage wird von den vorhandenen Überkapazitäten beeinträchtigt, die sich in erbitterten Preiskämpfen niederschlagen.
Selbstverständlich finden Sie auch in dieser Ausgabe wieder unsere monatlichen Länderberichte über die USA, den Euroraum, Deutschland und Japan.
USA
Fed drückt Hypothekenzins
Die US-Wirtschaft befindet sich nach offizieller Feststellung seit Ende 2007 in der Rezession. Nicht zuletzt aufgrund teils deutlicher Datenrevisionen ist eine spürbare Intensivierung des Abschwungs im Winterhalbjahrzu erwarten. Mit aggressiven geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen sollte die Wirtschaft Mitte nächsten Jahres einen Boden finden.
Euro-Raum
Vier negative Quartale in Folge
Da auf das schwache dritte Quartal ein noch schlechteres Winterhalbjahrfolgen dürfte, gehen wir nun davon aus, dass die EWU-Wirtschaft 2009 um 0,6 % schrumpft. Dennoch spricht vieles für eine wirtschaftliche Erholung im späteren Verlauf des nächsten Jahres. Den Tiefpunkt des Leitzinssenkungszyklus sehen wir bei 1,75 %.
Deutschland
Kurze aber scharfe Rezession
Die Konjunkturindikatoren sind weiter klar abwärts gerichtet. Die Wirtschaftsleistung dürfte im laufenden Quartal deutlich zurückgehen. Dennoch besteht kein Grund zur Schwarzmalerei. Spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2009 sollte die Wirtschaft wieder an Fahrt aufnehmen. Dafür gibt es gute Gründe.
Japan
Konjunkturaussichten weiter verschlechtert
Japans Wirtschaft ist in die Rezession abgerutscht, da Exporttätigkeit und Unternehmensinvestitionen nachgeben. Während die BoJ beim Leitzins praktisch keinen Handlungsspielraum hat, legt die Regierung inzwischen ein zweites Maßnahmenpaket auf.
Regionen im Fokus: Asien
Aussichten weniger düster als aktuelle Stimmung
Wo immer man auch hinblickt: Negative Meldungen über Finanzmarkt und Konjunktur. Asien macht da keine Ausnahme. Gerade die hohe Abhängigkeit vom Weltmarkt zieht die Konjunktur im bevölkerungsreichsten Kontinent besonders nach unten. Aber hier wie auch woanders stellt sich die Frage: Ist die aktuelle Stimmung schlechter als es die Aussichten sind?
Spezialthema
Deutschland: Telekommunikationstechnik
Seit der Liberalisierung des Endgerätemarktes Anfang der 90erJahre haben Standardisierung und zunehmende Deregulierung im europäischen Telekommunikationsbereich den internationalen Wettbewerb deutlich verschärft. Dies führte zu einer Vielzahl von Fusionen bzw. Übernahmen. Derzeit belastet die internationale Finanzkrise die Branche. In Deutschland rechnen wir für 2008 mit einem Produktionsminus von etwa 20 %, dem 2009 ein erneuter Rückgang in ähnlicherGrößenordnung folgen sollte. Die Ertragslage wird von den vorhandenen Überkapazitäten beeinträchtigt, die sich in erbitterten Preiskämpfen niederschlagen. Bei der Massenfertigung spielen auch Lohnkostenvorteile eine wichtige Rolle, was zu Fertigungsverlagerungen nach Fernost führt.
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