Wirtschaft und Märkte Februar 2008
USA: Fiskalpaket, Weitere Zinssenkungen / Euro-Raum: Konjunkturabschwächung, Zinssenkung im 2. Quartal? / Lateinamerika: Ansteckungsgefahr?, Abhängigkeit verringert / Brasilien: Neue Energiemacht?, Alternative Energieträger
Im Fokus der Länderberichte steht diesmal Westeuropa mit den Ländern Großbritannien, Schweden und der Schweiz. Die Konjunktur in den untersuchten Volkswirtschaften hat sich nach Jahren robusten Wachstums inzwischen abgekühlt, gleichzeitig ist die Teuerung in allen drei Ländern markant gestiegen. Während wir in Schweden noch einen weiteren geldpolitischen Straffungsschritt im Laufe der nächsten Monate erwarten, sollte in der Schweiz inzwischen der Zinsgipfel erreicht worden sein. Großbritannien hat gar mittlerweile bereits zweimal seine Leitzinsen gesenkt.
In einem zweiten Regionalteil stellen wir die lateinamerikanischen Länder Brasilien, Chile und Kolumbien vor. Während die Länder der Region früher stark von den USA abhängig waren, dürfte die jetzige US-Konjunkturabkühlung zwar nicht spurlos an Lateinamerika vorübergehen, dennoch aber keine allzu tiefen Spuren hinterlassen.
Der Spezialteil befasst sich mit der Energiepolitik Brasiliens. Während das Land noch Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts stark von Energieimporten abhängig war, hat es inzwischen die eigene Ölproduktion stark ausgeweitet. Gleichzeitig hat Brasilien darüber hinaus in die Entwicklung alternativer Energieträger investiert und kann nun die Früchte dieser Politik einfahren.
Selbstverständlich finden Sie auch in dieser Ausgabe wieder unsere monatlichen Länderberichte zu den USA, zum Euro-Raum und zu Deutschland.
USA
Fiskalpaket beschlossen
Die konjunkturellen Abwärtsrisiken bleiben zunächst hoch. Mit Hilfe des Konjunkturprogramms sollte die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte jedoch klar zu Wachstum zurückfinden. Die US Notenbank dürfte den Leitzins bis auf 2,5 % zurücknehmen.
Euro-Raum
EWU-Konjunktur: Halbe Fahrt voraus
Nun ist es amtlich: Die Konjunktur im Euro-Raum hat sich Ende 2007 deutlich abgeschwächt. Vermutlich waren alle Antriebskräfte hiervon betroffen. Bei diesem langsameren Tempo dürfte es im ersten Halbjahr bleiben.
Deutschland
Noch einmal Exportweltmeister
Die deutsche Wirtschaft hat wie erwartet bereits im vierten Quartal 2007 an Schwung verloren. Die aktuellen Konjunkturindikatoren stimmen uns jedoch zuversichtlich, dass die Konjunktur im zweiten Quartal wieder an Fahrt aufnehmen wird. Mit der Titelverteidigung als Exportweltmeister dürfte es hingegen schwer werden.
Regionen im Fokus: Westeuropa ohne EWU und Lateinamerika
Schwächere Konjunktur, steigende Inflation
Alle drei betrachteten Länder verzeichneten 2007 noch mal ein kräftiges Wachstum, auf das die Notenbanken im Jahresverlauf mit weiteren Zinserhöhungen reagierten. Während wir in Schweden noch mit einem weiteren Straffungsschritt rechnen, sollte in der Schweiz inzwischen der Zinsgipfel erreicht worden sein. Dagegen hat Großbritannien mittlerweile bereits zweimal seine Leitzinsengesenkt.
Lateinamerika: Konjunktur schwächer, aber robust
Die US-Konjunktur schwächelt, ohne Zinssenkungen oder Konjunkturpaketwürde die Wirtschaft wohl in eine Rezession abgleiten. Wasbedeutet dies für die südlichen Nachbarn, die lange von den USA alsWeltwirtschaftslokomotive profitiert haben? Wird Lateinamerika sichanstecken und wie stark werden die Auswirkungen sein?
Spezialthema
Brasilien: Die neue Energiemacht?
Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts war Brasilien stark von Energieimporten abhängig. Die Ölkrise 1973 traf das Land daher hart. Das Handelsbilanzdefizit verzehnfachte sich innerhalb kürzester Zeit und die Devisenreserven halbierten sich bis Mitte der siebziger Jahre. Im Zuge der Industrialisierungspolitik, die als Ziel den Ersatz von Importgütern durch heimische Produktion hatte und die schließlich in der Verschuldungskrise der achtziger Jahre mündete, versuchte Brasilien, die Abhängigkeit von importiertem Erdöl zu verringern. Zum einen weitete das Land die eigene Erdölproduktion stark aus, zum anderen investierte es in die Entwicklung alternativer Energieträger wie Ethanol.
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