Wirtschaft und Märkte Januar 2008
USA: Abwärtsrisiken, Debatte über Konjunkturprogramm / Euro-Raum: Wachstumsdelle, Aufhellung zur Jahresmitte / Deutschland: 1,8 % Wachstum 2008, Konjunkturmotor Privater Verbrauch / Struktur der europäischen Hypothekenmärkte: Zinskonvergenz, Homogenisierung: Der Markt soll entscheiden
Im Fokus der Länderberichte stehen diesmal Russland, Südafrika und die Türkei. Sowohl in Russland als auch in Südafrika mangelt es an Investitionen im Rohstoffsektor. Dies führt zu teilweise starken Beeinträchtigungen der Produktionsmengen. So stieg de russische Ölproduktion 2007 nur noch um 2% (2000 – 2003: + 8% im Schnitt), in Südafrika ging die Goldproduktion in den letzten fünf Jahren um über 30% zurück. Die türkische Wirtschaft wuchs im vergangenen Jahr real nur um etwa 4% - das schlechteste Ergebnis seit dem Krisenjahr 2001.
Im Spezialthema beleuchten wir die Struktur der europäischen Hypothekenmärkte Der Markt ist heterogen, die nationalen Teilmärkte weisen große Unterschiede auf. Unter dem Aspekt der Finanzstabilität lassen sich dieser Heterogenität jedoch durchaus auch positive Aspekte abgewinnen. Eine weitere, forcierte Harmonisierung, jenseits der durch Wettbewerb und Konsolidierung angestoßenen Marktprozesse, erscheint daher nur gerechtfertigt, wenn sie durch die Einebnung großer Zinsunterschiede zwischen den Teilmärkten signifikante Vorteile für Wohlstand und Wachstum in Europa verspräche.
Selbstverständlich finden Sie auch in dieser Ausgabe wieder unsere monatlichen Länderberichte zu den USA, zum Euro-Raum und zu Deutschland.
USA
"Policy Mix" gegen Konjunkturrisiken?
Die konjunkturellen Abwärtsrisiken bleiben hoch. Vor dem Hintergrund der Abschwächung am Arbeitsmarkt hat sich die Debatte über ein Konjunkturprogramm intensiviert. Die US-Notenbank dürfte Ende dieses Monats den Leitzins weiter zurücknehmen.
Euro-Raum
Wachstumsdelle, kein Konjunkturloch
Die jüngsten Stimmungsindikatoren zeichnen kein rosiges Bild, ergeben aber auch keinen allzu düsteren Ausblick. Auch wenn der BIP-Anstieg 2008 um fast einen Prozentpunkt niedriger ausfällt als im vergangenen Jahr, bleiben die Wachstumskräfte intakt, was sich 2009 dann wieder deutlicher zeigen wird.
Deutschland
Warten auf den Konsum
Nachdem der Private Verbrauch im vergangenen Jahr klar enttäuscht hat, dürfte er 2008 zur Stütze der konjunkturellen Entwicklung werden. Dafür spricht vor allem der anhaltend positiveTrend am Arbeitsmarkt. Dieser Impuls ist auch nötig, denn der traditionelle Konjunkturmotor Außenhandel verliert an Schwung.
Länder im Fokus: Russland, Südafrika und Türkei
Investitionsmangel im Rohstoffsektor
Nicht nur der Rohstoffhunger der aufstrebenden Volkswirtschaften wie China und Indien bewegt den Weltmarkt und treibt die Rohstoffpreise hoch. Auch auf der Angebotsseite zeichnet sich kaum eine Entspannung der Situation ab. In vielen Ländern kommt es aufgrund von nationalen Verwerfungen zu einer starken Beeinträchtigung der Produktionsmengen verschiedenster Rohstoffe.
Spezialthema
Struktur der europäischen Hypothekenmärkte
Europas Hypothekenmärkte werden 2008 aus zwei Gründen stark im Fokus bleiben. Einerseits bewegt die Frage, inwieweit das US-Subprime-Debakel in Europa eine Fortsetzung finden könnte. Nach den stürmischen, fundamental kaum zu erklärenden Entwicklungen in einigen Teilmärkten wie Irland, Spanien oder Großbritannien erscheinen angesichts steigender Risikoprämien und Zinsendeutliche Korrekturen unvermeidbar. Auf der anderen Seite ist mit der Veröffentlichung des Weißbuchs über die Integration der EUHypothekarkreditmärkte durch die EU-Kommission kurz vor Weihnachten wieder Bewegung in die Debatte über eine angemessene Regulierung der EU-Hypothekenmärkte gekommen. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, noch einmal genauer die Struktur des europäischen Hypothekenmarkts zu untersuchen.
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