Economic Research & Corporate Development
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USA: Schwach ins 2. Quartal, Weitere Zinssenkung unwahrscheinlich / Deutschland: Starker Jahresauftakt, Steuersenkung trotz Konsolidierung? / Lateinamerika: Hohe Nahrungsmittelpreise, Dennoch Krisengewinner / Deutsche Exporte: Gründe für ihren Erfolg, Lohnstückkosten wesentlich

26.05.2008
Im Fokus der Länderberichte steht diesmal Westeuropa mit den Ländern Großbritannien, Schweden und der Schweiz. Alle drei Länder weisen im ersten Quartal 2008 ein überraschend kräftiges Wirtschaftswachstum aus, jedoch sind bereits Abschwächungssignale für den weiteren Jahresverlauf erkennbar. Während wir für Schweden vorläufig keine Zinsschritte erwarten, böte ein womöglich nachlassender Inflationsdruck der Schweizer Notenbank Spielraum, gegen Jahresende den Leitzins zu senken. Großbritannien wird allenfalls nur in zögerlichen Schritten seine Geldpolitik ebenfalls lockern.
In einem zweiten Regionalteil stellen wir die lateinamerikanischen Länder Brasilien, Mexiko und Peru vor. Lateinamerika profitiert von der aktuellen Rohstoffhausse. Die Region ist nicht nur reich an Bodenschätzen, sondern ist auch der größte Nettoexporteur von Nahrungsmitteln weltweit. Die vorgestellten Länder bilden mit ihren Rohstoffexporten (Brasilien: Nahrungsmittel, Mexiko: Erdöl, Peru: Kupfer) einen repräsentativen Querschnitt der Region. Trotz des starken Rohstoffsektors in allen diesen Ländern ist das dynamische Wachstum vor allem von der starken Binnennachfrage getrieben. Die Region zeigt sich so zur Zeit gegenüber einer Abkühlung der Weltwirtschaft außerordentlich robust.
Der Spezialteil geht der Frage nach, welche Faktoren für den nachhaltigen Erfolg deutscher Exporte verantwortlich sind. Trotz anhaltender Euro-Stärke sind die deutschen Exporte seit 2004 stetig angestiegen. Ihr Anteil am realen Welthandel hat sich in dieser Zeit von 8,8 % auf 9,4 % erhöht. Insbesondere die Lohnstückkostenentwicklung scheint den Exporterfolg zu begünstigen.
Selbstverständlich finden Sie auch in dieser Ausgabe wieder unsere monatlichen Länderberichte zu den USA, zum Euro-Raum und zu Deutschland.

USA
Schwacher Start ins 2. Quartal
Das reale Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich zu Jahresbeginn nur denkbar knapp. Zwar scheint auch der Start in das laufende Vierteljahr nicht gelungen. Massive Unterstützung kommt aber inzwischen von der Fiskalpolitik.

Euro-Raum
Zwischen Hoffen und Bangen
Stimmung und Kapazitätsauslastungsgrad fallen, die Arbeitslosenquote geht nicht weiter zurück. Dennoch wird der EZB auch die sinkende Inflationsrate vorerst nicht genug sein: Mit einer Leitzinssenkung ist erst ab September zu rechnen. In der Tendenz dürften die sich einengenden Zinsdifferenzen zu den USA den Euro schwächen.

Deutschland
Starkes erstes Quartal – und dann?
Nach dem überraschend kräftigen Jahresauftakt dürfte die deutsche Wirtschaft bereits im laufenden Quartal spürbar an Fahrt verlieren. Auch wenn sich die Konjunktur nicht vor dem vierten Quartal wieder nennenswert beleben dürfte, so ist doch ein BIP-Wachstum von über 2 % in diesem Jahr so gut wie sicher.

Regionen im Fokus: Westeuropa ohne EWU
Wachstum zu Jahresbeginn robust
Die drei betrachteten Länder verzeichneten zum Jahresbeginn ein überraschend kräftiges Wirtschaftswachstum. Allerdings sind bereits Abschwächungssignale für den weiteren Jahresverlauf erkennbar. Steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise haben den Teuerungsdruck aber erhöht. Dies bringt vor allem die Bank von England geldpolitisch in die Bredouille.

Regionen im Fokus: Lateinamerika
Der Segen der hohen Nahrungsmittelpreise, aber ...?
Der Kampf um knappe Nahrungsmittel nimmt zu: Demonstrationen, Exportbeschränkungen und Krisengipfel sind die Folge. Während die hohen Preise für die meisten Regionen der Welt eindeutig negativ zu bewerten sind, ist das Bild in Lateinamerika günstiger. Denn steigenden Konsumentenpreisen im Inland stehen hohe Exportüberschüsse bei Nahrungsmitteln gegenüber.

Spezialthema
Deutsche Exporte – Gründe für den Erfolg
In den letzten Jahren expandierten die deutschen Exporte besonders kräftig. So sind die realen Exporte in Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen seit 2004 jährlich mit durchschnittlich rund 9 1/2 % angestiegen. Der Anteil am realen Welthandel hat sich in dieser Zeit von 8,8 % auf 9,4 % erhöht, während er noch Anfang des neuen Millenniums leicht rückläufig war. Die Handelsgewinne wurden erzielt, obwohl die Exporteure schon längere Zeit mit einer anhaltenden Euro-Stärke konfrontiert waren. So wertete der Euro allein in den letzten beiden Jahren gegenüber dem USD um ca. 30 % auf, was deutsche Exporte auf Dollarbasis rein rechnerisch um diesen Prozentsatz verteuerte. Dies schwächt die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Wie lässt sich in Anbetracht dieser Rahmendaten der deutsche Exporterfolg der letzten Jahre erklären?

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Michael K. Machauer
Dresdner Bank AG
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