Economic Research & Corporate Development
Deutsche Exporte – Gründe für den Erfolg
In den letzten Jahren expandierten die deutschen Exporte besonders kräftig. So sind die realen Exporte in Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen seit 2004 jährlich mit durchschnittlichrund 9 1/2 % angestiegen. Der Anteil am realen Welthandel hat sich in dieser Zeit von 8,8 % auf 9,4 % erhöht, während er noch Anfang des neuen Millenniums leicht rückläufig war. Die Handelsgewinne wurden erzielt, obwohl die Exporteure schon längere Zeit mit einer anhaltenden Euro-Stärke konfrontiert waren. So wertete der Euro allein in den letzten beiden Jahren gegenüber dem USD um ca. 30 % auf, was deutsche Exporte auf Dollarbasis rein rechnerisch um diesen Prozentsatz verteuerte. Dies schwächt die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Wiel ässt sich in Anbetracht dieser Rahmendaten der deutsche Exporterfolg der letzten Jahre erklären?
26.05.2008
Investitionen in Infrastruktur
Anknüpfend an unseren jährlich erscheinenden europäischen Wachstums- und Beschäftigungsmonitor, der die Fortschritte im Lissabon-Prozess misst, wollen wir ab jetzt ebenfalls einmal im Jahr einen aus unserer Sicht besonders vielversprechenden Wachstumstreiber in den Fokus stellen. Diesmal sind es die Infrastrukturinvestitionen. Zwischen Infrastrukturausstattung beziehungsweise öffentlichen Investitionen einerseits und Wirtschaftswachstum andererseits besteht ein klarer Zusammenhang. Globalisierung, öffentliche Finanzierungsnöte und Effizienzüberlegungen sprechen für Öffentlich-Private Partnerschaften bei Durchführung und Betrieb von Infrastrukturprojekten. Aufwendungen für das Bildungswesen weisen starke infrastrukturelle Züge auf und sollten daher auch statistisch vermehrt als entsprechende Investitionen erfasst werden.
18.12.2007
Hat sich Europa von der amerikanischen Konjunktur abgekoppelt?
Eine gern zitierte ökonomische Weisheit lautet: „If the United States sneezes, the rest of the world catches a cold“. Dahinter verbirgt sich die Vorstellung, dass schon ein kleiner Konjunkturrückschlag in den USA zu deutlich negativen wirtschaftlichen Auswirkungen anderenorts führt. Inwieweit lässt sich dieser Zusammenhang empirisch nachweisen?
10.07.2007
Auf dem Weg zu mehr Wachstum?
Das Wachstum des deutschen Produktionspotenzials wird derzeit von den meisten Ökonomen auf 1 bis 1,5 % geschätzt. Dies steht auch im Einklang mit dem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 1,3 % im Zeitraum 1995 bis 2005. Gibt es Chancen, schnell auf einen dauerhaft höheren Wachstumspfad zurückzukehren? Wir sehen diese Chancen und gehen in unserem Basisszenario davon aus, dass sich alles in allem beim Bruttoinlandsproduk tin einigen Jahren ein Trendwachstum von rund 2 1/4 % einstellen dürfte – eine gemessen an den Wachstumsraten der letzten Jahre beachtliche mittelfristige Dynamik.
22.01.2007
Die Große Koalition: eine Zwischenbilanz zur parlamentarischen Sommerpause 2006
Die Große Koalition wurde aus der Not der unklaren Mehrheiten nach der Bundestagswahl vom 22. September 2005 geboren und ist nun seit gut acht Monaten im Amt. Da die Volks-parteien schon in sich so heterogen sind, dass Kompromisse nur schwer zu finden sind, befürchten Großparteien in der Koalition einen erheblichen Profilverlust. Wohl nicht ganz zu unrecht. Dennoch besteht verbreitet die Hoffnung, dass eine Große Koalition zukunftsweisende Beschlüsse fasst. Anders als zuvor bestehen im Bundestag und Bundes-rat nun klare Mehrheitsverhältnisse. Nach acht Monaten ist es zwar noch zu früh, die Gesamtarbeit der Koalition abschließend zu beurteilen. Sicher ist aber schon hinreichend Zeit vergangen, um ein Zwischenfazit zu ziehen.
14.08.2006
Beschäftigungsverluste in Deutschland durch Investitionen in den neuen EU-Staaten?
Im ersten Moment leuchtet ein, dass Investitionen in den neuen osteuropäischen EU-Staaten zu entsprechenden Verlusten von Arbeitsplätzen in Deutschland führen. Dem widerspricht aber unter anderem die Tatsache, dass Deutschland –eigentlich anders als bei Produktionsverlagerungen zu erwarten – im Außenhandel mit den MOE-Staaten Überschüsse erzielt. Viele der in den Osten verlagerten Produktionsbetriebe produzieren – besonders im Fall der Automobilindustrie – für den Export und stärken damit langfristig eher die deutschen Stammbetriebe.
14.08.2006
Die Fed im Übergang von Alan Greenspan zu Ben S. Bernanke
Alan Greenspan beendet Ende Januar nach 18 Jahren die zweitlängste Amtszeit eines Fed-Chairmans. Es war gleichzeitig eine von vielen Krisen geprägte ausgesprochen ereignisreiche Epoche. Die unter Greenspan entwickelte Fed-Strategie, wie wir sie heute kennen, kann als Dreiklang aus Transparenz, konjunkturpolitischem Aktivismus und Gradualismus bei der Festsetzung der Leitzinsen beschrieben werden. Die fundamentalen Probleme der US-Wirtschaft, die zur Rezession 2001 geführt hatten, sind dadurch jedoch nicht gelöst worden. Sie bestehen weiter, der Zahltag wurde nur hinausgeschoben. Ben Bernanke könnte ein schwereres Erbe übernehmen, als es die ausgesprochen guten Wachstumsdaten der vergangenen Jahre glauben lassen.
16.01.2006
Mittlerer Osten: Am Öl hängt alles, zum Öl drängt alles
In keiner anderen Region spielt der Rohstoff Öl eine derart dominierende Rolle wie am Arabischen Golf. Die Golfstaaten könnten mit ihren Ölausfuhren 2004 den gesamten Ölverbrauch Europas decken. Ihre dominierende Stellung wird auch durch die hohen Ölreserven untermauert, die sich auf knapp 45 % aller bekannten Ölvorräte belaufen. Hinzu kommen die im Vergleich zu anderen Förderregionen extrem niedrigen Produktionskosten.
12.12.2005
Das Ende der Niedrigzinsen?
Nicht zuletzt aufgrund der hohen Ölpreise steigen Preise und Zinsen weltweit. Dennoch liegen die langfristigen Anleiherenditen noch auf niedrigem Niveau. Wird der Zinsanstieg weitergehen und welche Erklärungsansätze gibt es dafür?
16.11.2005
Erbschaftsvolumen bei 1 Billion EUR bis 2010
Nach vielen Jahrzehnten der Wohlstandssteigerung haben die privaten Haushalte in Deutschland ein Gesamtvermögen von brutto fast 10 Billionen EUR aufgebaut und immer mehr Ältere haben daran einen Anteil. Entsprechend gewinnen mit diesen wachsenden Vermögenswerten Erbschaftsübertragungen immer stärker an Bedeutung. Bis 2010 dürften Immobilien-, Geld- und Gebrauchsvermögen von gut 1 Billion EUR vererbt werden. Damit werden jährlich Vermögensbestände übertragen, die das Sparvolumen der privaten Haushalte übersteigen. Zwar werden durch Erbschaften gesamtwirtschaftlich keine neuen Vermögen geschaffen, jedoch können auf individueller Ebene beträchtliche Umstrukturierungen stattfinden.
08.08.2005
Mittelfristige Projektion der Emerging Markets - Gestärkt in die nächsten sieben Jahre
Hohe Wachstumsraten, weitgehende Preisstabilität und ein dynamischer Außenhandel kennzeichneten das Wirtschaftsbild in den Schwellenländern in den letzten Jahren. Mit bestimmend für den Erfolg waren der rasch expandierende Welthandel sowie hohe Rohstoffpreise, von denen vor allem Lateinamerika profitierte. Trotz einiger kritisch zu sehender Entwicklungen, verfügen die Emerging Markets über eine gute Startbasis für die nächsten Jahre. Für den Untersuchungszeitraum 2006-2012 erwarten wir im Schnitt weiterhin hohe Wachstumsraten dieser Ländergruppe. Dabei weist Asien - und dort vor allem China und Indien - die höchste Wachstumsdynamik auf. Auch die Volkswirtschaften Mittel- und Osteuropas entwickeln sich weiter robust, Lateinamerika dürfte etwas niedrigere Wachstumsraten bei allerdings höherer Makrostabilität aufzeigen.
08.08.2005
Globale Liquiditätsschwemme: Problem oder Wachstumsmotor?
Im Zuge der stark expansiven Ausrichtung der Geldpolitik in den letzten Jahren ist die Geldschöpfung der wirtschaftlichen Aktivität stark vorausgelaufen, so dass derzeit eine deutliche Überversorgung besteht. Solange externe Faktoren wie die Globalisierung den Anstieg der Lohnstückkosten begrenzen, besteht freilich berechtigte Hoffnung, dass es nicht zu inflationären Tendenzen kommt. Selbst bei etwas schwächerer Konjunktur ist jedoch im Euro-Raum kein weiterer Raum für eine Zinssenkung.
21.07.2005
Wer ist besser auf den Ruhestand vorbereitet - Europäer oder Amerikaner?
Die Bedeutung privater Altersvorsorge nimmt überall zu. Kaum ein Land in Europa, in dem die demographische Entwicklung nicht zu Einschnitten im Leistungsniveau der staatlichen Altersvorsorge geführt hat und noch führen werden. Kapitalgedeckte private und betriebliche Altersvorsorge werden für die Versorgung im Alter immer wichtiger. Selbst in den USA, die verglichen mit Europa in einer deutlich günstigeren demographischen Situation sind, ist von der Regierung die teilweise Umstellung der umlagefinanzierten Rente auf eine stärker kapitalgedeckte Altersvorsorge vorgesehen. Wie sind die Möglichkeiten der Bürger, die geringer werdenden Leistungen der umlagefinanzierten Rentensysteme durch eigenes Vermögen aufzustocken? Wie sieht der Vergleich zwischen den USA und der EU15 aus?
30.06.2005
Weltwirtschaft: Allianz Indikator misst Temperatur der Weltwirtschaft
Der von den Volkswirten von Allianz Group und Dresdner Bank neu entwickelte Allianz Konjunkturindikator erlaubt frühzeitig Aussagen zur konjunkturellen Dynamik der Weltwirtschaft. Derzeit signalisiert er eine deutliche Wachstumsabschwächung für das zweite Quartal.
09.06.2005
Warum die Volkswirtschaft Gewinne braucht
Die nun weitgehend abgeschlossene Bilanzsaison zeigt, dass sich die Gewinnlage der Unternehmen in Deutschland trotz mäßigen konjunkturellen Rückenwinds erheblich gebessert hat. Die kräftigen Ertragszuwächse der meisten DAX-Unternehmen sind dabei die Speerspitze der Entwicklung. Aber auch die amtliche Statistik weist für die Gesamtwirtschaft im vergangenen Jahr deutlich gestiegene Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen aus. Diese Gewinnsteigerungen gingen überwiegend nicht auf starke Absatzsteigerungen sondern auf niedrigere Lohnkosten, Produktivitäts- und Margensteigerungen sowie günstige Kapitalkosten zurück. Angesichts einer gespaltenen Konjunktur blieb allerdings die Ertragsentwicklung unterschiedlich. Im Außenhandel gab es eine günstige Mengenkonjunktur, was die Gewinne im internationalen Sektor deutlich schneller steigen ließ, als in den häufig mittelständischen Branchen, die vor allem von der Binnenwirtschaft abhängen.
13.05.2005
Hoher Ertragszuwachs der Kapitalgesellschaften bei mäßiger Konjunkturerholung
Der Gewinnsprung vieler deutscher Unternehmen erzeugt angesichts der Arbeitsmarktmisere und der Flaute der Binnenkonjunktur verwundertes Staunen. So stieg der Jahresüberschuss der 30 DAX-Unternehmen 2004 nach Analystenschätzungen um 72 %. Zweifelsohne muss dieser hohe Zuwachs vor dem Hintergrund verhältnismäßig niedriger Gewinne im Jahr 2003 gesehen werden, in dem viele Unternehmen hohe Einmalabschreibungen vorgenommen hatten. Dennoch ist die Verbesserung bei den operativen Erträgen die eigentliche Triebkraft für das höhere Gewinnniveau.
28.02.2005
Ein makroökonomisches Zinsmodell
Zinsen gehören zu den am schwierigsten prognostizierbaren Größen an den Finanzmärkten. Sieht man von kurzfristigen Schwankungen (beispielsweise innerhalb eines Monats) ab und richtet den Blick auf den Zinstrend, so gewinnen gesamtwirtschaftliche Größen zunehmend an Bedeutung. Doch welche makroökonomischen Größen sind für den Zinstrend entscheidend? Welche Einflussfaktoren spielen eher eine untergeordnete oder vorübergehende Rolle?
31.01.2005
Kontakt
Dr. Lorenz Weimann
Allianz SE
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