"Wirtschaft & Märkte" September 2008
USA: Starker Außenhandel, Privater Verbrauch belastet / Euro-Raum: Keine Zinssenkung, Konjunkturbelebung in 2009 / Asien: Thailand: Politik belastet, Weitere Konjunkturabschwächung / Rohstoffmärkte: Korrektur, Ist die Luft raus?
Im Fokus der Länderberichte steht diesmal Asien mit den Ländern China, Südkorea und Thailand. In Thailand belasten erneute politische Spannungen die wirtschaftliche Erholung, die Konjunktur dürfte sich weiter abschwächen. Auch in Südkorea und China gehen die Wachstumsraten zurück, wir erwarten allerdings kein Hard Landing im Reich der Mitte.
In unserem ersten Spezialthema beleuchten wir die Korrektur auf den Rohstoffmärkten.Im Juli wurde die mehrjährige Hausse an den Rohstoffmärkten jäh unterbrochen, innerhalb kürzester Zeit gingen die Preise nach unten. Ist der Spekulation jetzt der Wind aus den Segeln genommen worden? Wie weit geht die Korrektur?
Im zweiten Spezialthema vergleichen wir Umlagesystem und Kapitaldeckungssystem hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit bei der Altersvorsorge. Bei einem Vergleich beider Systeme anhand der Renditen zeigt sich, dass kapitalgedeckte Altersicherung rentierlicher ist als das Umlagesystem und dass die Beiträge zur Gesetzlichen Rentenversicherung teilweise zur Hälfte Steuercharakter haben.
Selbstverständlich finden Sie auch in dieser Ausgabe wieder unsere monatlichen Länderberichte über die USA, den Euroraum, Deutschland und Japan.
USA
Wachstumsgeber Außenhandel
Die US-Wirtschaft ist im 2. Quartal aufgrund einer hohen Exportdynamik mit 3,3 % deutlich stärker gewachsen als zunächst gemeldet. Aufgrund der Nachwirkungen des Energiepreisanstiegs ist im laufenden Vierteljahr mit einer spürbar langsameren Gangart zu rechnen.
Euro-Raum
Durststrecke im zweiten Halbjahr
Wir haben unsere Wachstumsprognosen für dieses und nächstes Jahr zwar nach unten angepasst. Dennoch halten wir am Bild einer Konjunkturbelebung im Verlauf von 2009 fest, das gestützt wird durch den jüngsten Ölpreisrückgang und die Euro-Abwertung. Da sich die Wirtschaft wieder fängt, wird es zu keiner EZB-Zinssenkung kommen.
Deutschland
Warten auf den privaten Konsum geht weiter
Wenig spricht derzeit dafür, dass sich die konjunkturelle Dynamik noch bis Ende dieses Jahres spürbar beleben wird. Allerdings sollten insbesondere die ölpreisbedingten Belastungen in den kommenden Monaten sukzessive abnehmen. Davon könnte im kommenden Jahr vor allem der Konsum profitieren.
Japan
Flaue Wachstumsaussichten
Nach dem deutlichen Wachstumseinbruch im zweiten Quartal haben sich die Wachstumserwartungen für 2008 nochmals eingetrübt. Ein wesentlicher Schwachpunkt ist nach wie vor die nur zögerliche Entwicklung des Privaten Verbrauchs. Impulse sollten weiterhin von einer stabilen Exportentwicklung kommen.
Regionen im Fokus: Asien
Die Kehrseite hoher Devisenreserven
Die Emerging Markets haben ihre Devisenreserven massiv aufgestockt. Der Exportboom in Asiens Schwellenländer, aber auch der Höhenflug der Rohstoffpreise ermöglichten diesen Liquiditätsaufbau. Inzwischen gehen die Rekordstände weit über das Notwendige hinaus und verursachen volkswirtschaftliche Kosten.
Spezialthema
Korrektur an den Rohstoffmärkten - Ist die Luft raus?
Die mehrjährige Hausse an den Rohstoffmärkten wurde jäh unterbrochen. Die Preise hatten in immer kürzeren Abständen neue Rekordmarken erreicht und schienen die fundamentalen Faktoren am Ende zu ignorieren. Im Juli korrigierten die Rohstoffpreise dann innerhalb kürzester Zeit nach unten. Ist der Spekulation jetzt der Wind aus den Segeln genommen worden? Wie weit geht die Korrektur?
Spezialthema
Renditevergleich zwischen Umlagesystem und Kapitaldeckungssystem
In jüngster Vergangenheit häufen sich Stimmen, die Leistungsrücknahmen in der Gesetzlichen Rentenversicherung zugunsten der kapitalgedeckten Systeme kritisieren und auf die Vorteile des Umlagesystems verweisen. Dieser Kritik ist einfach zu begegnen, wenn man Umlagesystem und Kapitaldeckungssystem anhand derRenditen vergleicht. Dabei zeigt sich, dass vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft die kapitalgedeckte Altersicherung rentierlicher ist als das Umlagesystem und dass die Beiträge zur Gesetzlichen Rentenversicherung mitunter zur Hälfte Steuercharakter haben.
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