Economic Research & Corporate Development
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Nach langen Jahren des Zögerns haben die japanischen Banken in den letzten drei Jahren - unter erheblichem staatlichen Druck - große Fortschritte beim Abbau ihrer Problemkredite erzielt. Die Lage hat sich weitgehend normalisiert. Nach der Vergangenheitsbewältigung stehen jetzt wieder Wachstum und Profitabilität auf der Agenda.

17.03.2005
In dem aktuellen Working Paper "Der Weg der japanischen Banken aus der Krise" analysieren die Volkswirte von Allianz Group und Dresdner Bank die Lage des japanischen Bankenmarktes. Nach dem Platzen der Aktien- und Immobilienpreisblase zu Beginn der neunziger Jahre schlidderte Japan in eine "verlorene Dekade" des wirtschaftlichen Stillstands. Den Kristallisationspunkt dieser Zeit bildete die Krise der japanischen Banken. Essenziell für die Überwindung des wirtschaftlichen Stillstands war der Ausbruch aus dem Teufelskreis aus schwachen Banken und zunehmenden Deflationsdruck, in dem die japanische Wirtschaft spätestens seit der offenen Finanzkrise 1997/98 gefangen war.
Mit dem Finanzreformplan, den Staatsminister Takenaka im Oktober 2002 als neu gekürter Chef der japanischen Finanzaufsichtsbehörde vorstellte, hatte sich die Regierung Koizumi endlich dieser Aufgabe gestellt. Die Bilanz nach knapp drei Jahren fällt positiv aus: Zum 30. September 2004 beliefen sich die notleidenden Kredite für alle japanischen Banken auf "nur" noch 23,8 Billionen Yen (etwa 180 Mrd. Euro). Dies entspricht einem Rückgang um 45 % seit März 2002. Besonders eindrucksvoll sind dabei die Fortschritte der Großbanken, die eine Reduzierung von knapp 60 % erreichten. Ihre Quote an "nonperforming loans" ist dadurch auf 4,6 % gefallen, bei einigen Instituten liegt sie sogar bereits deutlich darunter.

Nach Einschätzung der Volkswirte der Allianz Group und Dresdner Bank belegen diese Zahlen, dass der japanische Bankensektor seiner Problemkredite Herr geworden ist. Nach der Vergangenheitsbewältigung steht jetzt die Frage nach der Rückkehr in die Gewinnzone im Vordergrund. Trotz einiger Erfolge wie der Steigerung der Provisionseinnahmen ist der Weg zurück für Japans Banken weiterhin lang. In Punkto Wachstum und Profitabilität stehen sie im internationalen Maßstab nach wie vor weit hinten. Sie sind aber heute kein Mühlstein mehr am Hals der japanischen Wirtschaft. Der Teufelskreislauf aus Bankenkrise und deflationärem Druck ist an dieser Stelle endlich durchbrochen worden.

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Kontakt
Michael Machauer
Dresdner Bank AG
+49.69.263.7079