Economic Research & Corporate Development
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Um die wesentlichen Ursachen der gestiegenen Strompreise und Ansatzpunkte für ihre Senkung zu erkennen, muss man drei zentrale Einflussgrößen – die Netzkosten, den Staatsanteil und die Großhandelspreise – genauer unter die Lupe nehmen.

09.02.2006
Die Preise für Öl, Strom und Gas kennen seit einiger Zeit nur noch eine Richtung: aufwärts. In Deutschland liegen die Strompreise inzwischen deutlich über ihrem Niveau vor der Marktliberalisierung im Jahr 1998 - fast nirgendwo in Europa sind sie höher als hierzulande. Die Preissteigerungen belasten nicht nur die Budgets der privaten Haushalte, sondern beeinträchtigen auch die internationale Konkurrenzfähigkeit der energieintensiven Industriebranchen. Verbraucher und Unternehmer äußern deshalb ihren Unmut wie selten zuvor. Die Strompreise sind zu einem regelrechten Reizthema geworden und häufig Anlass kontrovers geführter Diskussionen. Vorwürfe richten sich sowohl an die Stromkonzerne, sie nutzten ihre marktbeherrschende Stellung aus, als auch an die staatliche Energiepolitik, die den Strompreis mit Steuern und Abgaben unnötig belaste. Spiegeln die hohen Strompreise die derzeitigen energiewirtschaftlichen Gegebenheiten tatsächlich wider oder sind sie - wie oft behauptet - Ausdruck mangelnden Wettbewerbs in der deutschen Stromwirtschaft?
Im vorliegenden Working Paper betrachten wir zunächst die verschiedenen Komponenten des Strompreises (Abschnitt 2), um anschließend deren Struktur und Entwicklung seit Ende der neunziger Jahre darzustellen (Abschnitt 3). Zum besseren Verständnis der Ursachen für die Strompreisentwicklung, aber auch um Ansatzpunkte zur Senkung der Strompreise zu erkennen, richten wir danach unser Augenmerk auf die Wettbewerbsprobleme beim Zugang zum Stromnetz (Abschnitt 4), die staatliche Energiepolitik (Abschnitt 5) und die Preisentwicklung auf dem Großhandelsmarkt für Strom (Abschnitt 6). Zum Abschluss folgt ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Strompreise (Abschnitt 7).

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