Die Sonne – Energiequelle des 21. Jahrhunderts
Die Nutzung der Sonnenenergie ist angesichts abnehmender Vorräte an fossilen Brennstoffen und der Bedrohung des Klimas durch den Treibhauseffekt ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Energieversorgung. Selbst in Deutschland reicht die mittlere jährliche Sonneneinstrahlung um mit effizienten Solaranlagen einen erheblichen Anteil von Strom und Wärme aus Sonnenkraft zu gewinnen. Zur Erschließung der unerschöpflichen Energiequelle „Sonne“ sind alle drei derzeit nutzbaren Solartechnologien – die Photovoltaik, solarthermische Kraftwerke und die Solarthermie – unverzichtbare Optionen.
Die Photovoltaik-Branche hat aufgrund der globalen Energieprobleme und des technologischen Fortschritts, vor allem aber durch die in vielen Ländern eingeleiteten staatlichen Förderprogramme einen ungeahnten Wachstumsboom erfahren: In den Jahren 1995 bis 2005 ist die weltweit installierte Photovoltaik-Leistung um mehr als das 18-fache von knapp 200 auf 3.700 Megawatt gestiegen. Dabei entfallen etwa 90% der weltweit installierten Solarstromkapazität auf die Länder Deutschland (38½%), Japan (38½%) und die USA (13%). Da die Vorleistungen für ein stabiles Marktwachstum grundsätzlich über einen relativ langen Zeitraum aufzubringen sind, benötigen private Investoren verlässliche län-gerfristige Rahmenbedingungen. Diese müssen gewährleisten, dass die bei der Produktion von Solarstrom gegenüber der konventionellen Energieversorgung anfallende Kostendifferenz letztlich die Stromverbraucher tragen. Deshalb verzeichnet der Markt für Photovoltaik hohe Zuwachsraten bisher nur in jenen Ländern, die entsprechend wirksame Förderinstrumente eingeführt haben.
Die weitere Entwicklung der solarthermischen Kraftwerkstechnologie hängt neben energiepolitischen Förderprogrammen stark vom Erfolg der Projekte ab, die derzeit in den USA und in Spanien im Bau sind. Erfüllen diese Kraftwerke die Erwartungen an Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit, könnte dies den Beginn einer neuen Ära in der solaren Energieversorgung markieren. Große Marktpotenziale für solarthermische Kraftwerke bieten sich dann vor allem in Regionen des Sonnengürtels, also z.B. in Südeuropa, Afrika, Indien, Australien, den Südstaaten der USA und im Nahen Osten.
Im Unterschied zur Photovoltaik ist Deutschland bei der Nutzung der Solarthermie weit von einer internationalen Spitzenposition entfernt. Dennoch war hierzulande der Markt für Solarthermie in den letzten zehn Jahren von einem starken Wachstum geprägt, das allerdings im Vergleich zur Photovoltaik weniger dynamisch verlief. Der wesentliche Grund hierfür ist, dass das im Strombereich mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz erreichte hohe Ausmaß der energiepolitischen Förderung für den Wärmebereich bislang fehlt. Dabei hätte die Solarthermie unter energiepolitischen Aspekten durchaus mehr staatliche Unterstützung verdient. Denn die Nutzung von Solarwärme eröffnet im Vergleich zur Photovoltaik ein wesentlich höheres Einsparpotenzial an fossilen Brennstoffen, wenn man bedenkt, dass in einem durchschnittlichen Haushalt 80% des Energieverbrauchs auf Heizung und Warmwasser entfallen – und nur 20% auf Strom. Mit der insgesamt für Solarkollektoren nutzbaren Fläche ließe sich rechnerisch etwa die Hälfte des derzeitigen heimischen Wärmebedarfs decken.
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