Schneller, kleiner, billiger - Die Chip-Industrie bleibt unter Dauerspannung
Die Preise ziehen weiter an. So stieg der Verbraucherpreisindex für Deutschland im Juni gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um schätzungsweise 3,3 %. Dadurch wurde die Drei-Prozent-Marke nach einem Anstieg von 3,0 % im Mai und 3,1 % im März zum dritten Mal in diesem Jahr gerissen. Derart hohe Teuerungsraten gab es hierzulande seit 15 Jahren nicht mehr. Als Preistreiber fungieren vor allem die Energiepreise sowie die Preise für Nahrungsmittel.
Es gibt aber auch gute Nachrichten zu vermelden. So wirkt die rückläufige Preisentwicklung bei Elektronikartikeln dem allgemeinen Preistrend entgegen. Zur Entlastung trugen zuletzt im Wesentlichen Notebooks, PCs, Fernsehgeräte, Mobiltelefone und Digitalkameras bei, deren Preise allesamt im zweistelligen Prozentbereich zurückgingen. Dies hatte zur Folge, dass von Januar bis Mai 2008 die Preise für Nachrichtenübermittlung um insgesamt 3,2 % und für Freizeit, Unterhaltung und Kultur um 0,7 % niedriger lagen als im selben Zeitraum des Vorjahres. Ohne diese beiden Dämpfungseffekte wäre der Verbraucherpreisindex in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres statt um 2,8 % um wenigstens 3,0 % bis hin zu 3,5 % gegenüber Vorjahr gestiegen.
Grund für die preisdämpfende Wirkung elektronischer Güter ist unter anderem die hedonische Preismessung, bei der die Qualitätseigenschaften eines Gutes explizit berücksichtigt werden. Der technische Fortschritt sorgt in Form zunehmender Prozessorkapazitäten und schnellerer Verarbeitungsgeschwindigkeiten für kontinuierliche Qualitätssteigerungen. Damit die Werte einer Preisreihe aber nur reine Preisänderungen wiedergeben, müssen alle preisbestimmenden Faktoren – darunter eben auch die qualitative Beschaffenheit – konstant gehalten werden. Beispiel: Hat sich die Verarbeitungsgeschwindigkeit eines PC-Prozessors innerhalb eines Jahres erhöht, während die Verkaufspreise konstant geblieben sind, weist die Verbraucherpreisstatistik unter diesen Bedingungen einen Preisrückgang aus. Hierzulande gaben die Erzeugerpreise der Hersteller elektronischer Bauelemente 2006 um 13 % und 2007 erneut um 12 % nach.
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