Würde ein Hard landing höhere US-Zinsen bedeuten?
Die Angst vor einem Hard landing der überhitzten chinesischen Konjunktur macht seit einiger Zeit die Runde. Sie hat inzwischen auch die Finanzmärkte ergriffen, die hierdurch Zinssteigerungen in den USA befürchten. Dies aber ist unbegründet, auch weil die chinesischen Finanzanlagen
in den USA in Relation zum Volumen des gesamten US-Geld- und Kapitalmarkts einfach zu gering sind.
Aus China kommende Anleger halten167 Mrd. USD an US Treasury bonds und bills, von denen ein Großteil wahrscheinlich auf Anlagen der Zentralbank entfällt. Dies entspricht gerade einmal 4% der gesamten, vom US Schatzamt emittierten kurz- und langfristigen Wertpapiere.
Japanische Investoren halten dagegen mit knapp 700 Mio. USD einen viermal so hohen Bestand an diesen Obligationen. Auch muss ein Hard landing Chinas nicht notwendigerweise mit Anleiheverkäufen chinesischer Anleger am US-Kapitalmarkt einhergehen. Beispielsweise kann der Absturz des Wirtschaftswachstums in China über niedrigere Importe und einen dadurch zunehmenden Leistungsbilanzüberschuss zu noch stärkeren Interventionen der chinesischen Notenbank zugunsten des USD führen. Diese würden die ausländische Nachfrage nach US-Titeln sogar erhöhen und zinsdämpfend wirken.
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