Economic Research & Corporate Development
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2007 steigerten die 30 DAX-Unternehmen ihre Gewinne kräftig. Wird sich die positive Gewinnentwicklung der deutschen Unternehmen – trotz der derzeitigen Belastungen – im laufenden Jahr fortsetzen? In unserem Working Paper „Kein Grund für Gewinnpessimismus“ kommen wir zum Ergebnis, dass sich nach vier Jahren kräftiger Gewinnsteigerungen 2008 eine moderatere Entwicklung andeutet. Positiv ist dabei aber dass der Aufwärtstrend der Gewinne auch in einem schwierigen Jahr wie 2008 voraussichtlich nicht gebrochen wird.

29.05.2008
Wir erwarten für 2008 ein reales gesamtwirtschaftliches Wachstum von 2,4 %.  Nominal rechnen wir mit einem Anstieg der deutschen Bruttowertschöpfung um knapp 4 %. Vermindert um die – gegenüber den letzten Jahren deutlich gestiegenen – Arbeitnehmerentgelte, die Abschreibungen und die Produktionsabgaben (zuzüglich der Subventionen) ergibt sich auf der Basis unserer Konjunkturprognose ein gesamtwirtschaftlicher Anstieg des Betriebsüberschusses von 4,2 % (2007: + 6,8 %). Aus dieser Gewinnentwicklung darf natürlich nicht direkt auf diejenige der DAX-Unternehmen geschlossen werden, da diese große Teile ihres Gewinnes im Ausland erzielen.   
Nach einer Reihe von Jahren, in denen die Gewinneinkommen stärker gestiegen sind als die Arbeitseinkommen, weisen unsere Schätzungen für 2008 auf eine recht ausgewogene Entwicklung hin. Damit dürfte auch die Lohnquote, der Anteil des Arbeitnehmerentgelts am Volkseinkommen, 2008 nicht weiter sinken. Im Jahr 2000 hatte die Lohnquote noch 72,2 % betragen. Von da an ist sie im Zuge der schwachen Entwicklung am Arbeitsmarkt Jahr für Jahr bis auf 64,7 % im Jahr 2007 gefallen. Nach unseren Schätzungen könnte sie 2008 erstmals seit 8 Jahren wieder leicht auf 64,9 % steigen.
Ein Vergleich Deutschlands mit dem Euro-Raum und den USA zeigt, dass die um die Selbständigeneinkommen bereinigte Gewinnquote in diesen Regionen zuletzt etwa auf dem gleichen Niveau lag. Gemessen an den siebziger und achtziger Jahren ist der Anstieg der Gewinnquote im Euro-Raum besonders markant, aber auch in Deutschland sehr ausgeprägt. Bezogen auf die (funktionale) Einkommensverteilung hat sich damit in den beiden größten Wirtschaftsräumen eine erstaunliche Angleichung ergeben.
Ähnliche Tendenzen sind auch bei der Sachkapitalrendite – gemessen als Betriebsüberschuss in Relation zum Kapitalstock – feststellbar. Der langjährige Vorsprung der USA gegenüber Deutschland ist bei dieser Rentabilitätsgröße inzwischen nahezu verschwunden. Auch dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass Deutschland hinsichtlich der Ertragsstärke des Unternehmenssektors erheblich aufgeholt hat.
Die deutlich verbesserte Gewinnlage der deutschen Unternehmen lässt hoffen, dass sich der Investitionsaufschwung der letzten Jahre auch trotz derzeit einiger widriger Umfeldbedingungen fortsetzen wird. Noch immer sind die Nettoinvestitionen gemessen am gesamtwirtschaftlich verfügbaren Einkommen (2006: 3,9 %) weit entfernt von den Größenordnungen Anfang der neunziger Jahre (rund 12 %) und auch geringer als Ende der neunziger Jahre/Anfang dieses Jahrzehnts (rund 8 %). Bleibt die Ertragslage der Unternehmen günstig – wovon derzeit auszugehen ist -, sollte sich auch die Investitionsquote den früher erreichten Niveaus wieder annähern.
Dr. Rolf Schneider
Tel.: 49 / 69 / 2 63 – 5 77 90

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