Konjunkturprognose 2008/2009
Die deutsche Wirtschaft dürfte nach einem voraussichtlich recht kräftigen ersten Quartal in den kommenden Monaten an Schwung verlieren. Grundsätzlich bleibt sie aber auf Expansionskurs. Angesichts guter Arbeitsmarktdaten und steigender Löhne dürfte nach Jahren der Lethargie der private Verbrauch in 2008 deutliche Impulse geben.
Die Wachstumsimpulse vom Außenhandel werden in den nächsten Monaten angesichts der Stärke des Euro und der weniger dynamischen Weltwirtschaft deutlich nachlassen. Mit einer spürbaren und nachhaltigen Belebung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage ist erst im vierten Quartal zu rechnen. Für 2008 ist insgesamt ein reales Wirtschaftswachstum von 1,8 % zu erwarten. Für 2009 erwarten wir ein Wirtschaftswachstum von 2,2 %. Dieses wird sogar zu mehr als der Hälfte vom privaten Verbrauch getragen werden.
Die Weltwirtschaft und vor allem die internationalen Finanzmärkte stehen zu Beginn des Jahres 2008 stark unter dem Eindruck der Immobilienkrise in den USA. So gehen wir davon aus, dass im ersten Halbjahr sowohl von den USA als auch von Japan keine entscheidenden Impulse zu erwarten sind. Dank der weiterhin starken Wachstumsdynamik in den Emerging Markets dürfte die Weltwirtschaft 2008 aber doch mit (BIP-gewichtet) immerhin knapp 3 % wachsen. In 2009 wird das weltweite BIP-Wachstum dann die 3 %-Marke wieder deutlich überschreiten. Im Zuge dessen rechnen wir mit einem um 5 bis 6 % expandierenden Welthandel in 2008 und mit 6 bis 7 % im Jahr 2009. Neben diesem Basisszenario ist es zwar wenig wahrscheinlich, aber nicht auszuschließen, dass die US-Wirtschaft in eine längere und tiefere Rezession gerät und sich die Finanzmarktkrise zuspitzt. In diesem Fall käme das wirtschaftliche Wachstum in weiten Teilen Europas wahrscheinlich zum Erliegen.
Im Euro-Raum hatte die Konjunktur bereits im vierten Quartal 2007 spürbar an Dynamik verloren. Von einem im ersten Halbjahr anhaltend abgeschwächten Expansionstempo ausgehend, rechnen wir mit einem EWU-Wirtschaftswachstum vom 1,8 %, das sich 2009 leicht auf 2 % beschleunigen dürfte. Unterstützung könnte hier weiterhin vom privaten Konsum kommen. Nachdem der Beschäftigungsanstieg im vergangenen Jahr 1,7 % betrug, dürfte er 2008 zwar einen halben Prozentpunkt niedriger ausfallen. Die Arbeitslosenquote wird jedoch ihren aktuellen Stand von 7,1 % in diesem Jahr voraussichtlich noch unterschreiten.
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