Economic Research & Corporate Development
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Die Korrektur am US-Immobilienmarkt und die dadurch ausgelöste Liquiditätskrise werden nur sehr begrenzte Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur haben. Die deutsche Wirtschaft dürfte in der zweiten Jahreshälfte 2007 bei insgesamt etwas verschlechterten Rahmendaten weiterhin moderat expandieren und auch nächstes Jahr um 2,3 % zulegen. Wachstumsimpulse werden 2008 nach wie vor von den Investitionen kommen. Auch der Private Verbrauch, der 2007 deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben ist, wird einen entscheidenden Beitrag leisten.

10.10.2007
Der Anstieg wichtiger Rohstoffpreise und die Korrektur an den Immobilienmärkten werden die bislang sehr hohe Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft abschwächen. Dennoch dürfte sie 2008 – obwohl sich die Krise im US-Wohnungsbau noch einige Zeit fortsetzen wird – alles in allem erneut über 3 % wachsen. Auch im Euro-Raum hat die Konjunktur an Dynamik verloren. Aufgrund der Geschehnisse seit Jahresmitte haben wir unsere EWU-Wachstumsprognose für 2008 um ein Zehntel auf 2,1 % nach unten korrigiert.
Der Konjunkturaufschwung setzte sich in Deutschland im ersten Halbjahr 2007 zwar fort, konnte allerdings die Dynamik des vergangenen Jahres nicht halten. Die Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn führte dazu, dass der Konsum im ersten Jahresviertel stark einbrach. Eher enttäuschend verlief auch die Entwicklung bei den Bauinvestitionen. Aktuell vorliegende Konjunkturindikatoren zeichnen ein gemischtes Bild. So sind auf der einen Seite die Auftragsbücher der Industrie nach wie vor prall gefüllt, auf der anderen Seite deuten verschiedene Stimmungsindikatoren auf eine zumindest vorübergehend eher schwache Konjunkturdynamik hin.
Die private Konsumnachfrage ist im ersten Quartal 2007 saisonbereinigt mit einem Minus von 1,8 % gegenüber dem Vorquartal regelrecht eingebrochen, im zweiten Quartal erholte sich der Private Verbrauch etwas. Die Voraussetzungen für eine weitere Erholung des Konsums sind gut. Die Zahl der Erwerbstätigen wird 2007 voraussichtlich um 1,6 % steigen. Nach der Verschnaufpause in diesem Jahr sollte sich der Private Verbrauch 2008 bei einem weiterhin freundlichen Arbeitsmarkt zum Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaft entwickeln. Insgesamt dürfte er 2008 um 2,1 % zulegen. Das wäre der kräftigste Anstieg seit dem Boomjahr 2000.
Welche Dynamik die Erholung auf dem Arbeitsmarkt mittlerweile erreicht hat, wird deutlich, wenn man die Jahresdurchschnittswerte betrachtet: So werden im Jahresdurchschnitt 2007 mit 39,74 Millionen Menschen gut 650.000 mehr erwerbstätig sein als noch vor einem Jahr. 2008 dürfte sich der Beschäftigungsaufbau mit einem Anstieg von 0,9 % in etwas abgeschwächter Form weiter fortsetzen
Der kräftige Aufschwung bei den Ausrüstungsinvestitionen hat sich im ersten Halbjahr 2007 fortgesetzt. Insgesamt erwarten wir für 2007 einen Anstieg bei den Ausrüstungsinvestitionen von real 10,3 %. Im laufenden Jahr dürfte der Boom bei den Ausrüstungsinvestitionen allerdings einen vorläufigen Höhepunkt erreicht haben. 2008 dürfte das Wachstum bereits spürbar auf 5,7 % zurückgehen. 
Der deutsche Außenhandel wird 2008 erneut insgesamt schwächer zulegen als in diesem Jahr. Die etwas ungünstigeren Perspektiven für die Weltwirtschaft und die damit verbundene schwächere Expansion des Welthandels sowie die von uns erwartete über das gesamte Jahr 2008 andauernde Euro-Stärke wirken klar belastend. Insgesamt rechnen wir mit einem realen Exportwachstum von 5 %. Damit dürften die Ausfuhren schwächer wachsen als die Einfuhren, die um 5,7 % zulegen sollten. Nach einem substanziellen Wachstumsbeitrag von etwa 1 % zum Wirtschaftswachstum in diesem Jahr, dürfte der Außenhandel 2008 somit nahezu vernachlässigbar sein.
Im bisherigen Jahresverlauf hat sich die Inflation insgesamt recht moderat entwickelt. In den ersten neun Monaten legten die Verbraucherpreise gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 1,9 % zu. Dass die Preise insgesamt nicht deutlich stärker gestiegen sind, hängt unter anderem mit der Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar zusammen. Zuletzt hat sich der Preisauftrieb vor allem wegen der hohen Öl- und Nahrungsmittelpreise jedoch spürbar beschleunigt. Im September stieg die Jahresrate auf 2,5 %. Im Jahresdurchschnitt 2007 erwarten wir eine Inflationsrate von 2 %. 2008 dürfte die durchschnittliche Inflationsrate mit 1,7 % wieder klar unter die kritische Marke von 2 % absinken.

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