Economic Research & Corporate Development
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Die Stärkung der Innovationskraft Deutschlands und Europas hat eine enorme Bedeutung, um den erreichten Wohlstand zu erhalten. Doch die Steigerung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) allein wird nicht zum gewünschten Ziel von Produktivitätssteigerung und Wirtschaftswachstum führen – auch die staatlichen Rahmenbedingungen für Innovationen müssen stimmen.

29.02.2008
Die Möglichkeiten zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts durch Technologiepolitik sind keineswegs gering. Der Staat sollte seinen Einfluss allerdings nicht überschätzen. Die verbreitete Vorstellung, Technologiepolitik legitimiere sich von selbst, weil sie positive Wachstumseffekte entfache, ist nicht zweifelsfrei durch Tatsachen gedeckt. Hinzu kommen müssen adäquate Rahmenbedingungen für den Innovationsprozess. Hier liegen wichtige Aufgaben für den Staat.
Die größte Schwäche des deutschen Innovationssystems betrifft das Bildungssystem, das gemessen an internationalen Maßstäben zu wenige hochqualifizierte Arbeitskräfte hervorbringt. Auch wenn bei der staatlichen Innovationsförderung die Bildungspolitik höchste Priorität haben sollte, erscheint dennoch eine Strategie sinnvoll, die nicht nur bei den Schwächen ansetzt. Denn der Blick auf die innovationsstarken Länder zeigt, dass die Steigerung der volkswirtschaftlichen Innovationskraft einem „Mehrkampf“ gleich kommt. Notwendig sind daher Anstrengungen an allen „Fronten“, damit Deutschland in die internationale Spitzengruppe gelangen kann. Die folgenden Maßnahmen spielen dabei eine zentrale Rolle:
·Dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Es besteht die Gefahr, dass der Fachkräftemangel dem Wirtschaftswachstum in Deutschland gewisse Grenzen setzt. Um die drohenden Wachstumseinbußen zu begrenzen, ist zunächst der Staat gefordert, durch eine breit angelegte Bildungsoffensive Investitionen in Humankapital anzuregen. Notwendig ist darüber hinaus eine aktive Migrationspolitik, die eine Zuwanderung von Fachkräften zum Ziel hat. Abmildern könnte den Mangel an qualifiziertem Personal eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und ein stärkerer Rückgriff auf ältere Arbeitskräfte.
- Forschung und Entwicklung über steuerliche Förderung intensivieren. Starke Impulse für eine intensivere FuE-Tätigkeit setzt die steuerliche Förderung der FuE-Aufwendungen von Unternehmen.
·Verbesserung der Finanzierung von Innovationen. Da kleine und junge Unternehmen aus dem Hightech-Bereich erheblich zum technologischen Wandel beitragen, sollte diese Gruppe von Unternehmen im speziellen Interesse der Innovationspolitik stehen. Sie haben im Vergleich zu Großunternehmen Nachteile bei der Beschaffung von Risikokapital. Deshalb wird es auch in Zukunft Aufgabe des Staates sein, diese Nachteile durch geeignete Instrumente abzumildern.
·Diffusion neuer Technologien bescheunigen. Technischer Fortschritt entsteht nicht nur durch Innovationen. Auch die Verbreitung von neuen Technologien führt zu Produktivitätsfortschritten. Deshalb sollte die staatliche Technologiepolitik bestrebt sein, die Diffusion neuer Technologien zu beschleunigen.
·Vernetzung der Innovationsakteure stärken. Dem Konzept des Innovationssystems entsprechend ist eine Volkswirtschaft um so innovativer, je besser sie vernetzt ist. Eine Möglichkeit die Vernetzung zwischen den Akteuren des Innovationssystems zu intensivieren besteht darin, dass der Staat seine Förderpolitik stärker auf die Förderung der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft ausrichtet (Forschungsprämie). Dabei ist eine Politik mit der Gießkanne weniger Erfolg versprechend als eine gezielte Förderung in Ballungen und Clustern. Der Staat sollte deshalb durch geeignete Maßnahmen die Entstehung innovationsstarker Zentren fördern.
·Wirtschaftspolitik innovationsfreundlich gestalten. Innovationspolitik ist viel mehr als Forschungs- und Technologiepolitik. Auch andere Politikbereiche wie die Bildungs- und Wettbewerbspolitik, die institutionellen Gegebenheiten auf Arbeits- und Produktmärkten sowie die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründung nehmen einen wesentlichen Einfluss auf die technische Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Ganz wesentlich sind daher die wettbewerbliche und innovationsfördernde Gestaltung der ordnungspolitischen Rahmenbedingungen.

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