Economic Research & Corporate Development
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Die Anzeichen eines wirtschaftlichen Aufbruchs in Afrika verstärken sich. Dies ist umso erfreulicher, als die jüngere Wirtschaftsgeschichte des Kontinents oftmals enttäuschte. Naturkatastrophen, Hungersnöte, Bürgerkriege, Korruption und Überschuldung warfen Subsahara-Afrika hinter andere Entwicklungsregionen zurück und führten dazu, dass internationale Unternehmen die Region immer weniger in ihrer geschäftlichen Strategie berücksichtigten. Auf temporäre Lichtblicke, wie die Hinwendung einzelner Staaten zur Marktwirtschaft nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, folgte in der Regel Enttäuschung, häufig stellten sich verschlechterte externe Bedingungen, wie z.B. ein Verfallder Rohstoffpreise, dem Aufschwung entgegen. Droht dem jetzigen Aufbruch das gleiche Schicksal? Oder sprechen gewichtige Faktoren dafür, dass Subsahara-Afrika wirtschaftlichen Anschluss an Asien und Lateinamerika finden wird und sich aus den afrikanischen Entwicklungsstaaten Emerging Markets bilden werden?

11.06.2008
Mit der vorliegenden Studie wägen wir negative und positive Faktoren ab und versuchen hieraus, längerfristige Trends des Wirtschaftswachstums abzuleiten.
Die wichtigsten Aussagen im Überblick:
Subsahara-Afrika profitiert vom Rohstoffboom. Auch wenn die Notierungen ihr gegenwärtig außerordentlich hohes Niveau nicht halten können, so werden sie im Vergleich zu den vergangenen Dekaden hoch bleiben und die Wirtschaftsdynamik stützen.
Obwohl in einigen Staaten noch Bürgerkrieg und wirtschaftspolitisches Chaos herrschen, hat insgesamt die politische und wirtschaftliche Stabilität zugenommen. Die Fremdwährungsliquiditätslage ist in vielen Staaten komfortabel und die Wirtschaftspolitik weniger von Partikularinteressen bestimmt.
Die Zersplitterung Subsahara-Afrikas in viele kleine Länder lässt hohe Skalenerträge in der industriellen Produktion mangels grenzüberschreitender Freihandelsabkommen, einheitlicher Jurisdiktionen und größerer Wirtschaftszentren kaum zu. Die Bemühungen im verarbeitenden Gewerbe werden sich auf die Weiterverarbeitung von bergbaulichen und landwirtschaftlichen Rohstoffen konzentrieren.
In größeren Städten bildet sich eine Mittelschicht heraus, die zunehmend qualitativ höherwertigere Produkte nachfragt. Hiervon wird auch der Dienstleistungssektor und hier insbesondere die Finanzwirtschaft profitieren. Der Ausbau der Infrastruktur sowie der Wohnungsbau dürften der Bauwirtschaft besondere Dynamik verleihen.
Alles in allem dürfte die subsahara-afrikanische Wirtschaft in den nächsten 10 Jahren real um 6-7,5 % p.a. wachsen.
Wir erwarten überdurchschnittliche Wachstumsraten in der Region u.a. in Nigeria, Angola und Mosambik.

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Michael Machauer
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