Economic Research & Corporate Development
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Auch Brasilien bekam in den letzten Wochen die Nervosität der internationalen Finanzmärkte zu spüren: Die Renditeaufschläge für brasilianische Auslandsan-leihen gingen leicht in die Höhe, der Real wertete um gut 10% gegenüber dem US-Dollar ab und die brasilianische Börse brach ein.

02.06.2006
<A name=OLE_LINK1&gt;Mit hohen Devisenreserven und einem Leistungsbilanzüberschuss sehen die Volkswirte der Allianz und Dresdner Bank das Land aber gut auf das rauere Finanzmarktklima eingestellt. Brasilien könnte sogar einen Anstieg der externen Anleihespreads um einige Prozentpunkte finanziell mühelos verkraften. Und schließlich hat die Abwertung auch ihre guten Seiten, denn sie kann den Exporten und damit auch dem Wirtschaftswachstum mehr Dynamik verleihen.&lt;/Link&gt;
Die auf Vertrauensbildung abzielende Wirtschaftspolitik hat zwar die Inflation und Anfälligkeit für Finanzkrisen reduziert, was einen nicht zu unterschätzenden Erfolg darstellt. Demgegenüber ist jedoch in diesem Jahrzehnt das brasilianische Wirtschaftswachstum - trotz des positiven weltwirtschaftlichen Umfeldes - mit jahresdurchschnittlich 2,5% weit hinter demjenigen der meisten anderen Schwellenländer zurückgeblieben. Man hat sozusagen zwar gesät, die Ernte aber noch nicht einfahren können. Gelingt es nicht, zum Beispiel durch Strukturreformen, das Wachstumspotenzial zu steigern, drohen zumindest längerfristig Rückschläge durch eine mehr populistisch geprägte Wirtschaftspolitik, die dann auch wieder den Stabilitätserfolg in Frage stellen würde.

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Michael Machauer
Dresdner Bank AG
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