Economic Research & Corporate Development
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Brasilien ist auf dem Weg in eine bessere wirtschaftliche Zukunft. Das Land hat die leichte Rezession 2003 überwunden und dürfte in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 3,5% verbuchen. Aufgrund des sehr dynamischen Exports haben sich die Leistungsbilanz und Devisenlage des Landes deutlich verbessert.

06.05.2004
Nach den Finanzkrisen 1999 und 2002 sowie der Anpassungsrezession 2003 meldet Brasilien sich wirtschaftlich zurück. Industrieproduktion und vor allem der Export weisen wieder nach oben. Zu diesem Ergebnis kommen die Volkswirte der Allianz Gruppe und der Dresdner Bank in einem Working Paper. Hinter der florierenden Ausfuhr steht die starke Realabwertung 2002, die trotz leichter Wechselkurserholung die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes stärkte. Darüber hinaus hat sich Brasilien den boomenden chinesischen Markt vor allem für seine Agrarprodukte erschlossen und auch die hohen Rohstoffpreise sorgten für zusätzliche Einnahmen.
Brasiliens Devisenlage war selten so entspannt wie derzeit. Regierung und Zentralbank verfolgen einen gezielten Aufbau von Devisenreserven, der gemeinsam mit einer verbesserten Leistungsbilanz das Land künftig von externen Schocks isolieren und aus dem volatilen südamerikanischen Kapitalverkehr herauslösen soll. Dem würden auch moderate Zinserhöhungen in den USA und der Eurozone nicht entgegenstehen. Bleibt das Land von Finanzkrisen künftig verschont, profitiert das Wachstumspotential des Landes. Brasiliens reales BIP kann dann mittelfristig um jahresdurchschnittlich 4,5% zunehmen. Ein noch dynamischerer Wachstumspfad dürfte an der relativ geringen inländischen Ersparnisbildung scheitern.
Die Regierung konnte zwar den hohen Primärüberschuss des Staatshaushaltes halten und beabsichtigt dies auch für das laufende Jahr. Die Ausgabenkürzungen gingen aber in erster Linie zu Lasten der staatlichen Investitionen, was inzwischen zu deutlichen Engpässen in der Infrastruktur geführt hat. Unzureichend ausgebaute Häfen behindern sogar den Export. Auch die beabsichtigte Steuerreform kommt nicht voran. Das Einkommensteueraufkommen ist zwar im Vergleich mit anderen Schwellenländern hoch, rekrutiert sich aber überwiegend aus den Steuerzahlungen von nur relativ wenigen Unternehmen und privaten Haushalten.

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Kontakt
Michael Machauer
Dresdner Bank AG
+49.69.263.7079