Russland: Der Aufschwung und seine Väter
Hinter dem kräftigen Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre stand vor allem die herausragende Bedeutung des Öl- und Gassektors für die russische Wirtschaft. Mittlerweile beginnt sich aber auch die Wachstumsbasis insgesamt zu verbreitern. Russland wird auf Jahre hinaus eines der am stärksten wachsenden Länder Europas sein.
In einem Working Paper vertreten die Volkswirte der Allianz Gruppe und der Dresdner Bank die Auffassung, dass die beeindruckenden Wachstumsraten der russischen Wirtschaft nicht mehr allein mit dem Öleffekt erklärt werden können. So verzeichnen mittlerweile auch Industriezweige, die nicht direkt mit der Ölförderung in Verbindung stehen, eine deutliche Ausweitung ihrer Produktion. Die Volkswirte erwarten bis 2010 jahresdurchschnittlich ein reales Wirtschaftswachstum von 4,5 bis 5,5 %. Damit einhergehen wird ein Importsog, in dessen Folge die Überschüsse in der Leistungsbilanz deutlich sinken werden. Parallel dazu werden die Kapitalabflüsse aus Russland entsprechend abnehmen.
Mit zunehmender makroökonomischer Stabilität und verlässlicheren Rahmenbedingungen werden die ausländischen Unternehmen ihre Zurückhaltung ablegen und deutlich kräftiger investieren, vor allem auch in Firmen zur Erschließung des Binnenmarktes. Diese Entwicklung wird durch den Aufbau von personenunabhängigeren Institutionen und Rahmenbedingungen begünstigt werden. Zwar ist dieses "institution building" mittlerweile in Gang gekommen, es ist aber noch lange nicht abgeschlossen.
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