Iran: Zunehmende Integration in die Weltwirtschaft
Iran gehört seit einigen Jahren zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften im Nahen und Mittleren Osten. Reichlich sprudelnde Öl- und Gasexporterlöse werden Importe und Investitionstätigkeit weiterhin stimulieren und damit die dringend notwendige Modernisierung des Kapitalstocks erlauben. Für dieses und die nächsten vier Jahre erwarten wir ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 5 % p.a. Iran bleibt damit ein attraktiver Handelspartner für deutsche Unternehmen.
In einem Working Paper vertreten die Volkswirte der Allianz Gruppe und der Dresdner Bank die Auffassung, dass die beschleunigte internatione Integration der iranischen Wirtschaft die konservative Politik zunehmend unter Zugzwang setzt. Eine schrittweise wirtschaftspolitische Liberalisierung und Öffnung des Landes ist wahrscheinlicher geworden. In der Binennwirtschasft stellt die hohe Arbeitslosigkeit (Arbeitslosenquote: 17%) die größte Herausforderung für die Regierung dar. Dringend benötigte Strukturreformen, wie Privatisierungen von Staatsfirmen, die zunächst eien Freisetzung von Arbeitskräften zur Folge hätten, dürften daher nur langsam vorankommen.
Dennoch hatten die bisherigen Reformen ansehnliche Erfolge. So trug die Vereinheitlichung der zwei Wechselkurse dazu bei, der in den neunziger Jahren teilweise chronisch hohen Kapitalflucht Einhalt zu gebieten. Mehr noch: Früheres Fluchtkapital kehrt allmählich zurück und treibt Immobilienpreise und Aktienkurse in die Höhe. Die Abhängigkeit der iranischen Wirtschaft vom Öl- und Gasexport und damit auch von der Ölpreisentwicklung dürfte in den nächsten fünf Jahren zwar bestehen bleiben. Nach und nach wird sich aber der Investitionsstau auflösen und einen weiteren Ausbau des verarbeitenden Gewerbes ermöglichen.
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