Economic Research & Corporate Development
click to remove!
Seite weiterempfehlenSchrift vergrössernSchrift verkleinernSeite drucken
Nach einigen Jahren politischer Stabilität und hohen Wirtschaftswachstums droht der Türkei Ungemach. Zum einen hat die politische Unsicherheit wieder zugenommen. So hat in den letzten Monaten das inzwischen für die regierende AKP glimpflich ausgegangene Verbotsverfahren am obersten Gerichtshof das Land in Atem gehalten. Gleichzeitig sind die internationalen Kapitalmärkte durch die Subprimekrise in den USA in rauheres Wasser gekommen. Wie schafft das Land am Bosporus den Spagat zwischen der schwierigen innenpolitischen Lage sowie dem Vertrauen internationaler Investoren, auf das die Türkei aufgrund ihres hohen Bedarfs an ausländischem Kapital angewiesen ist?

18.08.2008
Bis zum Anfang dieses Jahrtausends glich die türkische Wirtschaftsentwicklung einer Achterbahnfahrt. Jahre mit boomender Konjunktur endeten meist in einem steilen Abschwung, nicht selten gepaart mit einer kräftigen Abwertung der heimischen Währung und hohen Wohlstandsverlusten. Die letzte dieser Krisen verzeichnete die Türkei im Jahr 2001, ausgelöst u.a. durch ein sehr anfälliges Geschäftsbankensystem und eine zu ambitionierte Wechselkurspolitik, die ein für alle mal die notorisch hohe Inflation zähmen sollte. Die Inflation an sich war aber nicht die Quelle des Übels, sondern eher eine Begleiterscheinung der desolaten Staatsfinanzen, der eigentlichen Krisenursache. Letztere wiederum waren stark beeinflusst von der innenpolitischen Lage mit häufig wechselnden Koalitionsregierungen und starker Einflussnahme der Politik auf das wirtschaftliche Geschehen. Mit dem Wahlerfolg der AKP 2002 erhielt die Türkei die erste Regierung, die nicht auf Koalitionspartner angewiesen war. Die neue, über eine stabile Parlamentsmehrheit verfügende Regierung nutzte diese für weitreichende Reformen: Die Zentralbank wurde unabhängig und auf Inflationsziele verpflichtet, der Wechselkurs freigegeben. Dies sowie die konsequente Konsolidierung der Staatsfinanzen bildet die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs mit Wachstumsraten von durchschnittlich knapp 7% in den letzten Jahren.

Download

Download PDF (270 kb)
Seite weiterempfehlenSchrift vergrössernSchrift verkleinernSeite drucken
Kontakt
Michael Machauer
Dresdner Bank AG
+49.69.263.7079