Economic Research & Corporate Development
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Zwei wichtige Weichenstellungen stehen in diesem Jahr auf der politischen Agenda: die Neubelebung der Lissabon-Strategie und die Reform des Stabilitäts- und Wachstumspaktes. In einem leistungsstarken Wirtschaftsraum fällt stabilitätskonforme Finanzpolitik leichter. Beides wiederum hat wesentliche Bedeutung für die internationale Rolle des Euro.

08.03.2005
Die Umsetzung der Lissabon-Ziele ist dringend erforderlich, um Europas Wirtschaft fit für die Zukunft zu machen. Anhand des von uns entwickelten Lissabon Indikators lässt sich der Zielerreichungsgrad zeitnah verfolgen. Gegenwärtig liefert er ein ernüchterndes
Ergebnis und signalisiert erheblichen Handlungsbedarf. Mit Verwirklichung der Lissabon-Agenda würde Europa auch weiter zusammenwachsen. Durch diese engere Vernetzung bzw. den verstärkten konjunkturellen Gleichlauf müsste der Bedarf an nationaler Finanzpolitik zur Stabilisierung der heimischen Wirtschaft zwar tendenziell abnehmen. Doch der Stabilitäts- und Wachstumspakt bleibt wegen der besonderen Konstellation einheitlicher Geldpolitik im Euro-Raum und aktuell 12 nationaler Finanzpolitiken unverzichtbar. Im Falle seiner Aushöhlung wären Konflikte mit der EZB-Geldpolitik zu befürchten. Darunter könnte letztlich das Ansehen des Euro leiden. Hiervon ist aber zurzeit nichts zu spüren, im Gegenteil findet bezüglich der Gemeinschaftswährung mehr und mehr folgende Frage Beachtung: Wie stehen die Chancen, neben der Ambition mit Hilfe der Lissabon-Strategie wirtschaftlich weltweit an Stärke zu gewinnen, auch die alleinige Weltwährungsfunktion des US-Dollar anzufechten?

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