Economic Research & Corporate Development
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In vielen Industrieländern ist es in den letzten Jahren zu erheblichen Preissteigerungen bei Wohnimmobilien gekommen. Viele Märkte sind inzwischen überhitzt, so dass eine Anpassung über Vermögenseffekte durchaus zu wirtschaftlichen Problemen führen kann.

11.04.2005
Großbritannien und Spanien waren mit Preissteigerungen von 83 % bzw. 72 % zwischen Anfang 2001 und Ende 2004 Spitzenreiter bei der Wertentwicklung von Wohnimmobilien. Doch auch viele andere Länder verzeichneten erhebliche Zuwächse.
Das aktuelle Working Paper „Internationale Wohnimmobilienmärkte: Wie schwierig wird die Normalisierung?“ der Volkswirte von Allianz Group und Dresdner Bank kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Preisentwicklung in den USA, Großbritannien, Frankreich und Spanien deutlich von historischen Mustern gelöst hat, so dass man hier von einer Überbewertung sprechen kann. Mit Kanada und Schweden sind zwei weitere Märkte zumindest hoch, wenn auch nicht überbewertet. Allein in den Niederlanden liegt die Bewertung unter dem fairen Niveau.
Auffällig ist, dass die zuletzt stark ausgeweitete Bauaktivität in allen Ländern (mit Ausnahme der Niederlande) nicht preisdämpfend wirksam geworden ist. Die Volkswirte sehen hierin die Gefahr, dass dauerhafte Überkapazitäten an Wohnraum entstehen könnten, die eine geordnete Anpassung der Bewertungsrelationen über steigende Mieten verhindern könnten. Damit ist auch die Gefahr einer deutlichen Konjunkturdämpfung verbunden, sollte die Anpassung über einen Preisverfall erfolgen.
Eine ökonometrische Analyse zeigt, dass die konjunkturellen Risiken um so höher sind, je ausgeprägter die Überbewertung und je höher der Anteil der Immobilienbesitzer in der Volkswirtschaft ist. Die Risiken werden zudem durch bestimmte institutionelle Faktoren, wie die Möglichkeit, Preissteigerungen in höhere Beleihungssummen umzusetzen, erhöht.

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Kontakt
Michael Machauer
Dresdner Bank AG
+49.69.263.7079