Economic Research & Corporate Development
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Die Niedrigzinsphase hat in mehreren Ländern erhebliche Preissteigerungen bei Wohnimmobilien nach sich gezogen. Andere Knappheitsindikatoren wie Mieten oder Leerstandsquoten signalisieren dagegen eher ein Überangebot. Die Wohnungsmärkte in Großbritannien, den USA und Spanien erscheinen daher überbewertet.

19.05.2004
Auf dem Markt für Wohnimmobilien ist es nach Einschätzung der Volkswirte von Allianz Gruppe und Dresdner Bank in mehreren Industrieländern in den letzten Jahren zu teils erheblichen Preisübertreibungen gekommen. Die lange Niedrigzinsphase seit 2001 lässt zwar einen durchaus kräftigen Preisanstieg auch fundamental gerechtfertigt erscheinen. Die Preissteigerungen von 59 % in Großbritannien, 52 % in Spanien und 25 % in den USA zwischen dem ersten Quartal 2001 und dem vierten Quartal 2003 fielen jedoch so kräftig aus, dass sie grundsätzlich nicht mehr gerechtfertigt sind. Es ist daher davon auszugehen, dass auf allen drei Märkten inzwischen eine deutliche Überbewertung zu verzeichnen ist, die wir bei 16 % in Großbritannien, 10 % in den USA und 4 % in Spanien sehen.
In Großbritannien und den USA hat zudem ein Hypothekensystem, das sehr aggressive Kreditvergabepraktiken begünstigt, zu den Übertreibungen beigetragen. In Spanien dagegen wirkte das Hypothekensystem stabilisierend.
Es ist nicht zwingend mit einem einsetzenden Preisverfall in den betrachteten Ländern zu rechnen. Je höher das Ausmaß der derzeitigen Überbewertung allerdings ausfällt, desto wahrscheinlicher ist dies.

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Kontakt
Michael Machauer
Dresdner Bank AG
+49.69.263.7079