Economic Research & Corporate Development
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Der Geldvermögensbestand der privaten Haushalte in Deutschland hat sich seit der Wiedervereinigung verdoppelt und betrug Ende 2004 knapp 4,1 Bill. EUR. Im Verhältnis zum BIP ergibt sich für Deutschland ein Wert von 185 %. Damit ist diese Kennzahl deutlich niedriger als in den USA und in Japan. In diesen beiden Ländern beläuft sich das Geldvermögen ungefähr auf das dreifache Volumen des BIP.

18.11.2005
Rein statistisch besitzt jeder Haushalt in Deutschland ein Geldvermögen von 104.400 EUR. Diese Durchschnittsbetrachtung verbirgt jedoch die ungleiche Verteilung des Vermögens: die oberen 10 % der Haushalte verfügen über gut die Hälfte der Vermögen, während die untere Hälfte der Haushalte lediglich 5 % besitzen. Die Ungleichverteilung hat zwischen 1993 und 2003 leicht zugenommen.
Ältere halten einen im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil überproportionalen Anteil am Geldvermögen. Demgegenüber waren vor allem jüngere Haushalte mit einem Haushaltsvorstand von bis zu 35 Jahren von einem Vermögensrückgang betroffen. Deren Vermögen ist in den letzten fünf Jahren im Vergleich zum Durchschnitt aller Haushalte von einem Niveau von 85 % auf knapp 40 % im Jahr 2003 drastisch gesunken.

Im internationalen Vergleich liegen die USA mit den höchsten Geldvermögensbeständen (rund 30 Bill. EUR) vor dem Euro-Raum (13,7 Bill. EUR) und Japan (10,7 Bill. EUR). Der Einbruch an den Börsen hatte besonders in die US-Vermögensbilanz ein tiefes Loch gerissen. Über drei Jahre reduzierte sich das Vermögen kontinuierlich, erst 2003 wurde auf Grund der anziehenden Kapitalmärkte die Wende eingeleitet. Erst 2004 wurde in den USA das alte Hoch von 1999 wieder erreicht. Japan liegt noch leicht unter den Werten von 1999, während im Euro-Raum nach einer weitgehenden Stagnation seit 2003 deutliche Zuwächse zu verzeichnen sind. Diese hoben den Gesamtbestand an finanziellem Vermögen schon 2003 wieder über den Höchststand, der anders als in den USA im Jahre 2000 erreicht worden war.
Wegen der unterschiedlichen Größe der Regionen ist die Betrachtung der Absolutwerte für einen Quervergleich aber wenig geeignet. Betrachtet man das Finanzvermögen in Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts (BIP), so zeigt sich, dass der Wohlstand im Euro-Raum mit 196 % noch deutlich hinter dem der USA und Japans liegt. 2004 erreichte das US-Geldvermögen gut 315 % des US-BIP, während es in Japan mit 289 % knapp drei Mal so hoch lag. Die hohe Affinität zur Aktien- und Investmentanlage in den USA hatte in den letzten acht Jahren zwar zu einer sehr volatilen Entwicklung geführt, per saldo allerdings zu einen Plus von rund 50 %. Demgegenüber konnten die japanischen Haushalte mit ihrem risikoarmen und damit renditeschwachen Portfolio gerade einmal einen Anstieg von 10 % verzeichnen.
Das höchste Bruttovolumen an Finanzvermögen im Vergleich zum BIP in Europa wies 2004 Großbritannien mit 286 % auf, gefolgt von den Niederlanden (268 %), Belgien (254 %) und Italien (235 %). Die Schlusslichter bildeten Finnland (112 %) und Österreich (140 %) ; Deutschland lag mit 185 % im Mittelfeld der EU-Länder.

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