Rohstoffmärkte: Teure Rohstoffe belasten Mittelstand
Trotz zum Teil erheblicher Ressourcen bei Rohstoffen werden die Preise auch in den nächsten Jahren hoch bleiben. Dies gilt besonders für die zur Stahlerzeugung notwendigen Grundstoffe. Vielen mittelständischen Betrieben der Metallbearbeitung und Herstellern von Metallerzeugnissen droht deshalb trotz voller Auftragsbücher das Aus.
Seit Anfang 2002 hat sich der Preis für Kokskohle und Koks auf dem Weltmarkt in etwa verdreifacht. Die verteuerten Einkaufspreise der meist mittelständischen Unternehmen können jedoch oft nicht an die Kunden weitergegeben werden. Ende 2004 klagten 16 % von 300 befragten Unternehmen über akute Existenznot. Bei Ausfall einzelner Stufen der Wertschöpfungskette würde die gesamte deutsche Volkswirtschaft verlieren, schreiben die Volkswirte von Allianz Group und Dresdner Bank in dem aktuellen Working Paper „Teure Rohstoffe belasten den Mittelstand.“ Aufgrund der Verkettung der Stufen haben diese nur in ihrer Gesamtheit eine Zukunft in Deutschland. Wegen der Rohstoffknappheit Deutschlands gefährden Versorgungsengpässe oder Preissteigerungen bei wichtigen Rohstoffen Wachstum und Beschäftigung hierzulande stärker als in anderen Volkswirtschaften.
Neben der Angebotsknappheit sorgen oligopolistische Strukturen im internationalen Bergbau und wettbewerbsverzerrende staatliche Maßnahmen für weiteren Preisdruck. Von der Entdeckung eines Rohstoffvorkommens bis zu dessen Erschließung und Gewinnung können zehn Jahre und mehr vergehen - kurzfristige Strategien zur Deckung der gestiegenen Nachfrage schlagen daher fehl. Die Rohstoffproblematik und langfristig orientierte Rohstoffstrategien müssen in Deutschland einen höheren Stellenwert erhalten. Die betroffenen Unternehmen sind aufgefordert eine langfristige Strategie der Rohstoffbeschaffung zu entwickeln, die Regierung ist gehalten alle Hebel in Gang zu setzen um industrielles Wachstum und Wertschöpfung in Deutschland zu erleichtern. Dazu gehören unter anderem eine konsistente Energiepolitik und der Abbau von Wettbewerbsnachteilen gegenüber europäischen Mitkonkurrenten - so weist zum Beispiel Deutschland im europäischen Vergleich hinter Italien die höchsten Strompreise auf.
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