Economic Research & Corporate Development
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Die Industrieländer haben seit den siebziger Jahren ihre realwirtschaftliche Abhängigkeit vom Rohöl nahezu halbiert. Die konjunkturelle Bedeutung des Ölpreises ist jedoch nach wie vor hoch.

28.06.2004
Die Korrelation von Ölpreis und Konjunktur hat sich in den letzten 30 Jahren deutlich vermindert. Insbesondere ist die Ölintensität, also die verwende Rohölmenge je Sozialprodukteinheit, in fast allen Industrieländern nur noch halb so hoch wie in den siebziger Jahren. Dies ist auf bessere Ressourceneffizienz, einen breiteren Energiemix und die Erschließung eigener Ölvorkommen zurückzuführen.
Eine neue Untersuchung der Volkswirte von Allianz Gruppe und Dresdner Bank kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass trotz dieser Entwicklung der Zusammenhang zwischen Ölpreis und Konjunktur enger ist, als es der Rückgang der Ölintensität nahe legt. Die gestiegene Bedeutung von Finanzmärkten und Vermögenseffekten in den Industrieländern hat einen alternativen Transmissionsmechanismus entstehen lassen. Während sich die Ölintensität halbiert hat, ist der konjunkturelle Effekt nur um etwa 25 % gesunken.
So reagieren Aktien sehr sensibel auf die geringeren Gewinnmargen der Unternehmen im Zuge steigender Ölpreise. Der niedrigere Aktienkurs führt dann zu geringeren Investitionen und weniger Konsum. Aufgrund des globalen Finanzmarktzusammenhangs führt dies auch zu einer Synchronisierung des Konjunkturzyklus zwischen den Industrieländern.

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Kontakt
Michael Machauer
Dresdner Bank AG
+49.69.263.7079