Economic Research & Corporate Development
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Der massive Anstieg des Ölpreises bedroht die Weltkonjunktur. Von seiner weiteren Entwicklung hängt es maßgeblich ab, ob die Konjunktur weltweit wie auch in Deutschland weiter aufwärts gerichtet bleibt oder aber ein globaler Abschwung einsetzt. In zwei Szenarien haben wir die Folgen sehr unterschiedlicher Ölpreisverläufe für Konjunktur und Finanzmärkte analysiert. Als wahrscheinlichen Fall (Basisszenario) sehen wir einen markanten Rückgang des Ölpreises im zweiten Halbjahr 2008 und ein Preisniveau von 100 USD je Barrel im Jahr 2009. Im Risikoszenario schätzen wir dagegen die Folgen eines fortgesetzten Ölpreisschubs ab, wobei unterstellt ist, dass der Ölpreis in der Spitze auf 160 USD steigt und im Durchschnitt 2009 150 USD beträgt.

11.07.2008
Im wahrscheinlichen Fall einer baldigen Entspannung beim Ölpreis bleiben dieAuswirkungen des jüngsten Energiepreisschubs auf die Konjunktur begrenzt. Zwar schwächt sich die Wachstumsdynamik im zweiten und dritten Quartal in den Industrieländern und auch in Deutschland deutlich ab, aber bereits Ende dieses Jahres nimmt die Wirtschaft wieder Fahrt auf. Positiv ist ebenfalls, dass der Preisauftrieb wieder abnehmen wird. Der Kaufkraftschwund beträgt 2009 voraussichtlich nur noch 2 % in Deutschland. In diesem Umfeld bietet sich auch für den Aktienmarkt Aufwärtspotenzial.
Grundlegend ungünstiger sind die wirtschaftlichen Perspektiven im Risikofall eines anhaltenden Ölpreisschubs zu beurteilen, dem wir eine Wahrscheinlichkeit von 20 % beimessen. Es käme zu einem globalen Abschwung. Die amerikanische Wirtschaft würde 2009 sogar leicht schrumpfen. In Deutschland würde das Wachstum 2009 voraussichtlich auf 0,3 % einbrechen. Anstelle eines weiteren Rückgangs derZahl der Arbeitslosen um 200.000 im Jahr 2009 käme es zu einem Anstieg um 300.000.
In diesem Risikoszenario bliebe der Preisauftrieb auch 2009 sehr hartnäckig. Mit Leitzinsanhebungen würde die Europäische Zentralbank versuchen, ihrem Mandat nachzukommen, mittelfristig Preisstabilität zu sichern. Höhere Inflationserwartungen würden aber dennoch die Langfristzinsen nach oben treiben. Das Zusammenwirken sämtlicher Belastungsfaktoren würde die Aktienmärkte in die Knie zwingen. Ausgehend von den derzeitigen Indexständen müsste mit einem Kursrückgang 2008 und 2009 um 10 bzw. 15 % gerechnet werden.

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Michael K. Machauer
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