Economic Research & Corporate Development
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Sowohl Frankreich als auch Italien haben weiter mit ihren Budgetlücken zu kämpfen. Beide Länder haben aber für nächstes Jahr keine reinen Sparhaushalte vorgelegt. Frankreich setzt bei den Ausgaben Akzente im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, Italien nimmt die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmenssektors ins Visier. Während die italienische Neuverschuldung 2006 vermutlich in Richtung 4,5 % des BIP steigen wird, liegt die 3 %-Marke für Frankreich zwar näher in Reichweite, dürfte jedoch erneut überschritten werden. Konflikte um den Stabilitäts- und Wachstumspakt scheinen vorprogrammiert.

16.11.2005
Die Volkswirte von Allianz Group und Dresdner Bank beleuchten in dem aktuell herausgegebenen Working Paper Nr. 55 die finanzpolitischen sowie andere wichtige Weichenstellungen der französischen und italienischen Regierung.
In groben Zügen lautet das Urteil zu Frankreich: Sowohl bei den finanzpolitischen Vorhaben als auch in der Arbeitsmarktpolitik mangelt es an Mut sowie Handlungsspielraum für "einen großen Wurf aus einem Guss". Dennoch gehen die Maßnahmen partiell in die richtige Richtung und sind ausbaufähig hin zu einer umfassenden Reform. Im Hinblick auf das Gelingen der geplanten Defizitrückführung unter 3 % des BIP im kommenden Jahr erscheint Skepsis angebracht, insbesondere weil den Sozialkassen, speziell der Krankenversicherung, sehr ambitionierte (wahrscheinlich nicht erreichbare)Konsolidierungsvorgaben gesetzt werden. Daneben ist positiv zu bemerken, dass die Regierung ihren Willen signalisiert hat, in Zukunft striktere Ausgabenziele für den Zentralstaat anzustreben.

Italien plant für 2006 zwar drastische Ausgabekürzungen auf zentraler und lokaler Ebene sowie verschiedene, größtenteils unsichere Einnahmeverbesserungen. Die Durchsetzung der Maßnahmen ist aber zum Teil recht unrealistisch. Aussichtsreicher als diese hektischen Sparmanöver sind die Reformmaßnahmen zur Belebung des Unternehmenssektors, die durch den im Frühjahr verabschiedeten Aktionsplan angestoßen wurden. Sie zielen z.B. darauf ab, das Verwaltungsprozedere bei Unternehmensgründungen zu vereinfachen und die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der traditionellen italienischen Industrien zu stärken. Dies sind geeignete Schritte, um die Produktivitätsentwicklung zu steigern und somit die krisengeschüttelte Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen.

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Kontakt
Michael Machauer
Dresdner Bank AG
+49.69.263.7079