Italien: Altindustrien behindern Expansionsdynamik
Italien ist seit Mitte der neunziger Jahre deutlich hinter der Wachstumsdynamik des Euro-Raums zurückgeblieben. Die Ursachen hierfür liegen sowohl in der sektoralen Wirtschaftsstruktur als auch im eingeschränkten Spielraum der öffentlichen Haushalte.
Seit 1996 ist die italienische Wirtschaft im Schnitt nur um 1,5 % pro Jahr gewachsen. Die Euro-Zone erreichte dagegen durchschnittlich 2 %. Auch im Vergleich zu früheren Jahren hat die wirtschaftliche Dynamik merklich nachgelassen.
Nach Auffassung der Volkswirte von Allianz Gruppe und Dresdner Bank sind hierfür zwei Gründe verantwortlich. Zum einen ist Italien auf Produkte mit relativ niedrigem Technologiegehalt und intensivem Wettbewerb auf den Weltmärkten – wie z.B. Lebensmittel, Bekleidung, Lederwaren und Möbel – spezialisiert. Im Gegensatz zu früheren Perioden kann die Wettbewerbsfähigkeit nach der Einführung des Euro jedoch nicht mehr durch kompetitive Abwertungen gesichert werden. Zum anderen schränken überbordende Regulierungen und der hohe Schuldenstand des Staates das Wachstum der Unternehmen merklich ein. Hinsichtlich des öffentlichen Schuldenstands sind ähnliche „windfall-profits“ wie durch die Zinskonvergenz nach der Einführung des Euro in den nächsten Jahren nicht mehr zu erwarten. Vielmehr kommt es darauf an, dass die Regierung dauerhafte Einsparungen – etwa durch eine Reform des Rentensystems – durchsetzen kann.
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