Reform des deutschen Gesundheitswesens - Modelle einer "Bürgerversicherung"
Die Bundesregierung hat die Finanzierung des deutschen Gesundheitswesens zum Schwerpunktthema des Jahres 2006 erklärt. Die Modelle, die die beiden Regierungsparteien vertreten, könnten kaum unterschiedlicher sein. Während die SPD schon seit geraumer Zeit eine "solidarische Bürgerversicherung" forderte, stritten CSU und CDU, ob einkommensabhängige Beiträge oder eine Gesundheitsprämie den Königsweg darstellen.
Letztendlich einigten sich die christlichen Parteien auf eine Kombination beider Ansätze, die "solidarische Gesundheitsprämie". Inzwischen kann nicht ausgeschlossen werden, dass die nächste Gesundheitsreform eine Bürgerversicherung bringen wird. Die genaue Ausgestaltung des Modells bleibt jedoch noch abzuwarten. Ein Nachbarland ist bereits über die Phase der Lösungssuche hinaus. Die Niederlande führten zu Beginn des Jahres 2006 eine für die gesamte Wohnbevölkerung verpflichtende Krankenversicherung ein, die einkommensabhängige Beiträge und Kopfpauschale kombiniert. Doch für einen neidvollen Blick über die Grenzen gibt es keinen Grund - einen dauerhaften Ansatz hat man vermutlich nicht gefunden. Bereits heute zeichnen sich Probleme ab und schon jetzt schließt das niederländische Gesundheitsministerium weitere Reformen nicht aus. Letztendlich deutet alles darauf hin, dass sich eine nachhaltige Finanzierung der Gesundheitsausgaben nur durch ein höheres Maß an Kapitaldeckung erreichen lässt. Dies wirft jedoch die Frage auf, wie ein ausreichender Kapitalstock gebildet und finanziert werden kann.
Sabine Schmax
sabine.schmax@dresdner-bank.com
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