Economic Research & Corporate Development
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Die Pflegeversicherung ist in erheblichen Reformnöten, soll sie auch zukünftig ihrer Aufgabe auch nur annähernd gerecht werden. In diesem Beitrag zeigen wir die Gefahren und Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft der Pflegeversicherung auf.

27.07.2005
Angesichts der bei Einführung der Pflegeversicherung bereits bekannten demographischen Entwicklung und des stark vom Alter geprägten Risikoprofils, hätte diese Form der Sozialversicherung niemals umlagefinanziert eingeführt werden dürfen. Allerdings ist es schwer solche historischen Fehlentscheidungen wieder zu korrigieren. Die erste Generation von Leistungsempfänger bekam faktisch ein Geschenk, denn sie erhielten Leistungen, ohne sich überhaupt oder in nennenswertem Umfang jemals an der Finanzierung beteiligt zu haben. Dieses Geschenk müsste wieder zurückgenommen werden, wenn die Finanzierung auf Kapitaldeckung umgestellt werden sollte. Dazu wäre eine umfängliche Finanzierung von Leistungen aus dem Steueraufkommen notwendig. Wir halten es daher für sehr unwahrscheinlich, dass angesichts der angespannten Lage des Bundeshaushalts diese überlegene Lösung gewählt wird.
Dagegen sehen wir in einer ergänzenden Kapitaldeckung die wahrscheinlichste und gegeben die politischen Rahmenbedingungen auch beste erreichbare Lösung. Dabei sollte die Ergänzung auf jeden Fall so gesetzt werden, dass sie in der Lage ist, den unvermeidlichen Kostenanstieg in Folge der Alterung, der notwendigen Dynamisierung der Leistungen und der Ausdehnung auf psychisch Kranke zu kompensieren. Eine Anhebung des Umlageanteils sollte unter allen Umständen vermieden werden.
An drastisch steigenden Ausgaben für die Pflege führt kein Weg vorbei. Ziel der Politik muss es sein, eine möglichst gleichmäßige intergenerative Lastverteilung zu erreichen, und die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, nicht durch weitere Verteuerungen der Arbeitskosten zu gefährden. Wie auch immer die Neugestaltung der Pflegeversicherung aussehen wird, sie wird an diesen Prämissen gemessen werden.

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Michael Machauer
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