Deutschland: Die Rürup-Reform und ihre Auswirkungen auf das Rentenniveau
Wie stark die Absenkung des Rentenniveaus ausfallen wird, hängt von der weiteren Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ab. In den offiziellen Verlautbarungen ist von einem Bruttorentenniveau von 46 % oder einem Sicherungsniveau von 43 % die Rede. Für den Einzelnen dürfte es schwer abschätzbar sein, was das finanziell nun konkret bedeutet. In dieser Studie stellen wir beispielshaft den durch die neue Rentenformel entstehenden Rückgang der Renteneinkünfte dar.
Durch die im vergangenen Jahr verabschiedete Rentenreform erfolgte im deutschen Rentensystem eine Abkehr von der bisherigen Niveauorientierung zu einer Beitragssatzorientierung. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es - nicht zuletzt mit Blick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland -, den Beitragssatzanstieg zur gesetzlichen Rentenversicherung zumindest bis zum Jahr 2030 auf maximal 22 % zu begrenzen. In diesem Zusammenhang soll bei künftigen Rentenerhöhungen das Verhältnis von Rentnerzahl zu Beitragszahlerzahl ebenso wie die Entwicklung der Einkommen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten berücksichtigt werden. Eine weitere Absenkung des Rentenniveaus ist die Folge.
So erhielte rein rechnerisch ein Rentner im Jahr 2050, der über 45 Jahre lang ein Durchschnittseinkommen - gegenwärtig rund 2.500 EUR pro Monat - verdient und auch jedes Jahr in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hätte, nach Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung eine Rente, die heute 915 EUR entspräche. Nimmt man an, dass die gesetzliche Rente die einzige Einkommensquelle ist und auf diesen Betrag keine Steuern entrichtet werden müssten, würden diesem Rentner rund 15 % weniger Einnahmen zur Verfügung stehen als einem Rentner heute.
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