Französische Gesundheitsreform: Ein notwendiger Etappenschritt
In allen Industrieländern steigen aufgrund des medizinisch-technischen Fortschritts die Gesundheitsausgaben in der Tendenz. In Frankreich war dies in den letzten Jahren besonders ausgeprägt. Mit der im Sommer verabschiedeten Gesundheitsreform will die Regierung die allgemeine Kranken-versicherung bis 2007 wieder ins Gleichgewicht zurückführen.
Dass die Gesundheitsausgaben in der Tendenz wegen des medizinisch-technischen Fortschritts steigen, ist allgemein bekannt. Auch gilt für Frankreich wie für viele Länder, dass auf das Krankenversicherungssystem große Herausforderungen durch die demographische Entwicklung, d.h. alternde Bevölkerung zukommen. Diese Faktoren geben an sich Anlass genug, rechtzeitig eine Reform des Gesundheitswesens in Angriff zu nehmen. In Frankreich kam als Auslöser jedoch die zunehmende finanzielle Schieflage hinzu, die nicht primär durch den ungünstigen Konjunkturverlauf (schlechter fließende Einnahmen) bedingt war. Vielmehr stiegen die Gesundheitsausgaben seit 1998 um über 5 % pro Jahr. Die öffentliche Krankenversicherung verzeichnete im letzten Jahr ein Defizit von 11,9 Mrd. EUR nach 6,1 Mrd. EUR in 2002. Im laufenden Jahr wird der Fehlbetrag wahrscheinlich bei 13 Mrd. EUR liegen.
Mit der im Sommer verabschiedeten Gesundheitsreform soll das Defizit im Jahr 2005 auf 8 Mrd. EUR begrenzt werden und die allgemeine Krankenversicherung bis 2007 zum finanziellen Gleichgewicht zurückfinden. Durch die Neuregelungen rechnet die Regierung zum einen mit Mehreinnahmen von 5 Mrd. EUR. Zum anderen sind Einsparungen im Umfang von 10 Mrd. EUR geplant. Hierbei setzt man neben Effizienz-steigerungen insbesondere auf Verhaltensänderungen von Ärzten und Patienten, da man zu viele Verschreibungen und Behandlungen als ein wesentliches Problem ansieht.
Download
Download PDF (65 kb)