George W. Bush oder John F. Kerry: Die Defizite bleiben
Die von den beiden Bewerbern um die US-Präsidentschaft, George W.Bush und John F. Kerry, als Ziel verkündete Halbierung des US-Haushaltsdefizits ist schon unter Zugrundelegung der aktuellen Gesetzeslage unrealistisch. Die Umsetzung der Detail-pläne beider Kandidaten bedeutete eine weitere Ausweitung der Defizite.
Nach Auffassung der Volkswirte von Allianz Group und Dresdner Bank ist die von Präsident George W. Bush und John F. Kerry angestrebte Halbierung des US-Haushaltsdefizits nicht erreichbar.
Im Rahmen einer makroökonomischen Basisprojektion unter Zugrundelegung der aktuellen Gesetzeslage würde sich das Budgetdefizit zwischen dem Kalenderjahr 2004 von 3,8 % des BIP aufgrund konjunktureller Effekte auf etwa 2,9 % im Jahr 2008 zurückbilden. Werden die gleichen makroökonomischen Rahmenbedingungen zugrundegelegt, so impliziert eine vollständige Umsetzung des Programms von Bush ein Haushaltsdefizit im Jahr 2008 von 3,1 % des BIP. Vor allem die Umwidmung der gegenwärtigen Überschüsse bei Social Security (Rentenversicherung) und Medicare (Krankenversicherung) zur Förderung von privaten Absicherungsformen würde einnahmemindernd zu Buche schlagen. Bei einer vollständigen Umsetzung des Programms von Kerry glichen die Steuererhöhungen für Bezieher eines Einkommens von mehr als 200.000 USD die Ausgabenpläne im Bereich der Krankenversicherung bei weitem nicht aus. Im Jahr 2008 wäre bei Kerry mit einem Haushaltsdefizit von 3,4 % des BIP zu rechnen. Über einen Horizont von zehn Jahren unterscheiden sich die Programme in ihrer fiskalischen Wirkung jedoch kaum. Die Defizite lägen bei beiden Programmen über zehn Jahre kumuliert um etwa 700 Mrd. USD höher als bei aktueller Gesetzeslage.
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