Der Versicherungsmarkt in Großbritannien
Der Versicherungsmarkt in Großbritannien ist mit Abstand der größte in Europa und der drittgrößte in der Welt nach den USA und Japan. Er durchlief - wie die Branche weltweit – turbulente Zeiten, die deutliche Spuren in den einzelnen Versicherungs-sparten hinterlassen haben.
In einem Working Paper stellen die Volkswirte der Allianz Gruppe und der Dresdner Bank Struktur und Entwicklung des Versicherungsmarktes in Großbritannien vor. Dabei beleuchten sie nicht nur die letzten zwanzig Jahre, die u.a. durch den Konsolidierungsprozess auf der Anbieterseite ebenso wie durch die Veränderungen im Produktangebot geprägt waren. Spezielles Augenmerk richten sie auch auf das Geschehen der jüngeren Vergangenheit und geben einen Ausblick auf die kommenden Jahre.
Das sehr schwierige geopolitische und wirtschaftliche Umfeld haben die beiden Versicherungsbereiche Leben und Sach mit unterschiedlichem Erfolg bewältigt. Während die Lebensparte nur langsam wieder auf einen positiven Wachstumspfad gelangt, hat die Sachsparte ihre Prämiensätze deutlich anheben und damit ihre Cost-Income-Ratios verbessern können. Allerdings gibt es im Sach-versicherungsmarkt inzwischen Anzeichen, dass der harte Markt seinen Zenit überschritten hat und sich der Prämiensatzanstieg verlangsamt.
Im Lebensversicherungsmarkt ist die grundsätzlich treibende Kraft nach wie vor die private Altersvorsorge. Diese spielt in Großbritannien wegen des niedrigen staatlichen Versorgungsniveaus eine große Rolle. Die Briten sparen aber zurzeit zu wenig, um die Lücken tatsächlich schließen zu können. Die Ursachen dafür liegen u.a. in einigen Fehlentwicklungen in der Vergangenheit, argumentieren die Volkswirte der Allianz.
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